Was wir einmal gelernt haben, verlernen wir so schnell nicht. Auch nicht, wenn wir erwachsen sind. Auch nicht, wenn wir Beziehungen führen.
Von Marc A. Holtz
Das, was wir über Nähe, Vertrauen und Streit gelernt haben, begleitet uns – ob wir wollen oder nicht. In unseren Konflikten taucht auf, was wir früher gelernt haben: wie man redet, schweigt, flüchtet, kämpft oder sich anpasst.
Erfahrungsberichte KlientInnen
Konflikte begegnen uns überall. Manche lösen wir, manche versuchen wir zu lösen, und bei manchen laufen wir einfach davon. Der Umgang mit Konflikten ist nichts, was man „beherrscht“, sondern etwas, das man immer wieder neu lernt – im Kontakt mit den Menschen, an die wir gebunden sind.
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Beziehung leben, statt wiederholen.

Noch frisch. Grade geschrieben.
Unsere ersten Lehrerinnen und Lehrer darin sind unsere Eltern, oder jene Menschen, die uns in der Kindheit geprägt haben. Sie geben uns – bewusst oder unbewusst – ein inneres Programm mit: Wie reagiert man, wenn man verletzt ist? Darf man wütend sein? Wird man gehört, wenn man weint? Muss man stark sein, um geliebt zu werden?
Diese frühen Antworten formen, wie wir später lieben, streiten und versöhnen. Und vielleicht das Schwerste: was wir tun, wenn jemand, den wir lieben, sich abwendet oder kein Interesse zeigt.
Denn wenn das Schlimmste passiert – dass eine Bezugsperson kein Interesse an uns hat – dann lernen wir etwas Grundsätzliches über uns selbst: dass wir nicht wichtig sind. Und diese Erfahrung, einmal tief genug eingespeichert, begleitet uns oft ein Leben lang – bis wir sie bewusst erkennen und ihr etwas entgegensetzen.
Psychologische Aufschlüsselung
Wenn ein Kind erlebt, dass eine Bezugsperson – meist Mutter oder Vater – kein echtes Interesse an ihm zeigt, passiert innerlich etwas Gewaltiges. Das Kind kann ja nicht denken: „Mit meinen Eltern stimmt etwas nicht.“ Es denkt: „Mit mir stimmt etwas nicht.“
Dieses Missverständnis ist die Grundlage vieler späterer Beziehungskonflikte. Denn daraus entsteht ein unsichtbares Skript:
„Ich muss mir Liebe verdienen.“ „Ich darf nicht zu viel sein.“ „Wenn ich mich zeige, werde ich verlassen.“ „Ich muss perfekt sein, um gehalten zu werden.“
Im Erwachsenenalter spielen diese Programme in Beziehungen weiter. Manchmal zeigt sich das als übermäßige Anpassung, manchmal als ständiger Rückzug, manchmal als Wut, die eigentlich Schutz ist. Konflikte mit Partnern, Freunden oder Kolleg:innen berühren dann nicht nur das Jetzt – sie stoßen alte Wunden an, in denen das Bedürfnis nach Gesehenwerden nie erfüllt wurde.
Das eigentliche Ziel im Umgang mit Konflikten ist also nicht, sie zu vermeiden oder immer perfekt zu lösen, sondern sie bewusst zu erleben. Zu merken, wann man gerade nicht mit dem Gegenüber, sondern mit der Vergangenheit spricht.
Heilung beginnt dort, wo man erkennt: Ich darf Konflikt haben, ohne dass Liebe verschwindet.
Denn echte Beziehung entsteht nicht dort, wo alles harmonisch ist – sondern dort, wo man streiten kann, ohne sich zu verlieren.
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Ich bin praxisorientierter Beziehungscoach* und bringe Menschen dazu, sich und anderen mit Neugierde zu begegnen. Was dann passiert ist kein Zufall.
Ausgebildet zum traumasensibilisierten Beziehunfscoach. Heißt, die oft unsichtbaren Folgen von Traumata zu erkennen, zu verstehen und im Umgang mit Betroffenen bewusst darauf zu reagieren.
Ich arbeite mit Einzelpersonen und gebe Workshops für Verbände & Firmen nach Anfrage.
2025 ist erstmals mein Programm „Zurück zu dir, zurück nach vorn“ erschienen. Es begleitet meine Arbeit, Schreiben und Denken.
Häufige Fragen zum Coaching (FAQ)
Die Inhalte dieser Seite basieren auf psychologisch fundierten Erkenntnissen und traumasensibler Praxis – mit dem Ziel, nachhaltige innere und zwischenmenschliche Veränderung zu unterstützen. Sie ersetzen keine Therapie oder medizinische Behandlung.
Meine Arbeit als Beziehungscoach verbindet traumasensible Modelle, moderne Neurobiologie und Beziehungsforschung mit einer integrativen Coaching-Haltung. Integrativ bedeutet, verschiedene bewährte Ansätze flexibel zu nutzen, statt einer einzigen Methode zu folgen. Ich orientiere mich unter anderem am Neuroaffektiven Beziehungsmodell (NARM®) nach Laurence Heller, lasse Erkenntnisse u.a. aus der Arbeit von Gabor Maté, Dr. Orna Guralnik, Peter A. Levine und Verena König einfließen. Ergänzt wird dies durch meine eigene traumasensible Ausbildung, kontinuierliche Supervision und die langjährige Erfahrung aus der Begleitung meiner Klient:innen. Ich arbeite integrativ – weil kein einzelner Ansatz die ganze Wahrheit abbildet.

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