Das klassische menschliche „Ja“ – es ist präzise wie Nebel im Morgengrauen. Wenn du dich nicht weiterhin in einem emotionalen Tsunami suhlen willst, kannst du das Gefühl ganz zärtlich zu deinem Herzen legen.
Also, hier eine Gebrauchsanweisung für akute Gefühlssintflut:

Nicht sofort handeln.
Wenn dein Nervensystem tobt wie ein schlecht erzogener Dackel, ist das nicht der Moment, um Entscheidungen zu treffen. Sag dir innerlich: Ich bin nicht meine Emotion, ich bin nur gerade ihr peinlicher Gastgeber. Nicht mit deinem Gefühl identifizieren! Es nur beobachten. Aushalten. Angeblich, wenn man es durchlässt, braucht ein Gefühl 90 Sekunden. Wenn man es nicht festhält, und dann löst es sich wieder auf.
Häufige Fragen zum Coaching (FAQ)
Wenn wir ein Gefühl nicht bekämpfen, festhalten oder vermeiden, sondern es einfach wahrnehmen, kann es sich natürlich regulieren.
Das beruht auf einem Prinzip, demnach die biochemische Reaktion einer Emotion im Körper etwa 90 Sekunden dauert – von der Auslösung bis zum Abklingen, wenn wir sie nicht durch Gedanken oder Geschichten am Leben halten.
Das heißt: Wenn du Wut fühlst, und sie einfach da sein darf, dann rauscht die körperliche Reaktion (Adrenalin, Herzklopfen, Hitze etc.) meist innerhalb von rund 1,5 Minuten durch uns durch.
Warum es oft länger dauert:
In der Realität dauert ein Gefühl selten nur 90 Sekunden.
Warum?
Weil unser Verstand sofort Geschichten spinnt:
„Warum hat er das gesagt?“
„Das ist immer so!“
„Ich darf nicht so fühlen!“
Diese Gedanken füttern das Gefühl nach.
Dann sind wir nicht mehr nur traurig, sondern traurig über unsere Traurigkeit.
Nicht nur wütend, sondern wütend darüber, wütend zu sein.
So entsteht die emotionale Schleife.
Der Weg daraus:
Darum ist der Satz „Nicht identifizieren, nur beobachten“ so wichtig.
Wenn du sagst:
„Ich spüre gerade Wut in mir“,
statt
„Ich bin wütend“,
entkoppelst du dich sanft vom Gefühl.
Du bleibst Zeuge statt Gefangener deines inneren Zustands.
Das ist kein Verdrängen, sondern Selbstführung in Echtzeit:
Du erlaubst dem Gefühl, da zu sein – und verhinderst, dass es dich steuert.
Fazit:
Ja: Eine Emotion dauert im Körper nur kurz. Nein: Unser mentales Festhalten kann sie endlos verlängern. Lösung: Beobachten statt identifizieren. Fühlen statt analysieren.
Atmen.
Ja, das Ding, das du sowieso machen musst, aber diesmal bewusst. Langsam ein, langsam aus. Dein Körper checkt dann: „Oh, anscheinend keine Lebensgefahr, cool.“ Und wenn du kannst: lächeln. Das wirkt auf das Gehirn. Angeblich.
Gefühl benennen.
Klingt doof, funktioniert aber. Sag dir: Ich bin wütend oder traurig oder eifersüchtig oder plötzlich philosophisch, und zack – dein Gehirn wechselt von Reaktion auf Reflexion.
Was passiert da?
Wenn du benennst, was du fühlst, aktivierst du den präfrontalen Kortex – also den Teil des Gehirns, der für Bewusstsein, Selbstreflexion und Regulation zuständig ist.
Gleichzeitig wird die Aktivität in der Amygdala (dem emotionalen Alarmsystem, das für starke, oft automatische Reaktionen zuständig ist) gedämpft.
Das heißt:
Durch das Aussprechen oder Bewusstwerden des Gefühls verschiebt sich dein innerer Zustand:
Von emotionaler Reaktion (Überflutung, Stress, Verteidigung) zu kognitiver Reflexion (Beobachtung, Einordnung, Selbstführung).
Warum funktioniert das?
Weil Sprache Bewusstsein schafft.
Wenn du deinem Erleben einen Namen gibst, sagst du deinem Nervensystem:
„Ich sehe, was in mir passiert. Ich bin nicht ausgeliefert.“
Das ist wie ein kleiner innerer Perspektivwechsel:
Du bist nicht die Wut, sondern jemand, der Wut erlebt.
Und genau dieser Unterschied ermöglicht Regulation und Selbstführung.
Kurz gesagt:
„Klingt doof, funktioniert aber“ – stimmt wirklich.
Denn:
Benennen beruhigt das Nervensystem. Bewusstsein schafft Abstand. Sprache verwandelt Reaktion in Reflexion.
Mach dir auch mal klar, dass du grade aus einem körpereigenen Chemiecocktail aus Hormonen, Gedanken, Reaktionen, Glaubenssätzen etc. bestehst. Fühlen ja. Anhalten oder haften? Nein! Loslassen, sich nicht im Weg stehen? Ja.
Nicht verdrängen, nur parken.
Gefühle wollen nicht ignoriert, sondern gehört werden – kurz, aber ohne ihnen den Hausschlüssel zu geben. Sonst fluten sie einen. Schreib sie auf, geh spazieren, schrei in ein Kissen (keine Methodik, die bei mir funktioniert), aber lass sie nicht dein Steuer übernehmen.
Dann, später:
Schau, was das Gefühl dir eigentlich sagen wollte. Meistens steckt da irgendein unpraktisches Bedürfnis dahinter, wie „Ich will gesehen werden“ oder „Ich will, dass das die Verbindung funktioniert.“ Eine Sehnsucht. Vielleicht auch eine kindliche. Erkenne bitte auch: du möchtest, dass sie, bspw. die Verbindung so funktioniert, wie du es möchtest. Und das entspräche deiner Wahrheit und bestätigt dich. Wage Zweifel, hinterfrage dein Ego. Wenn das geklärt ist, du dich wirklich gut fühlst, dein Gefühl mit dir ist, na dann …
Und jetzt geh in deinen Tag!
Test: Kostenloses Kennenlerngespräch.
Die Inhalte dieser Seite basieren auf psychologisch fundierten Erkenntnissen und traumasensibler Praxis – mit dem Ziel, nachhaltige innere und zwischenmenschliche Veränderung zu unterstützen. Sie ersetzen keine Therapie oder medizinische Behandlung.

Schreibe einen Kommentar