Kontrolle, Vertrauen und der stille Punkt, an dem Entwicklung steckenbleibt
*Viele Menschen sehnen sich nach Veränderung. Und doch bleibt es oft beim Denken, Träumen oder Warten.*
Von Marc A. Holtz, Beziehungscoach
Nicht, weil sie zu schwach sind – sondern weil ihr inneres System auf Sicherheit programmiert ist.
Wenn du das kennst, bist du nicht falsch.
Du bist menschlich.
Veränderung scheitert selten am Wollen – sondern an innerer Sicherheit
Psychologisch betrachtet ist Veränderung kein rein mentaler Entschluss.
Sie ist ein körperlich-emotionaler Übergang.
Auch wenn das Alte schmerzt:
Es ist bekannt.
Und Bekanntes fühlt sich für unser Nervensystem sicherer an als das Unbekannte – selbst dann, wenn das Unbekannte besser wäre.
Deshalb halten viele Menschen an dem fest, was sie eigentlich loslassen wollen.
Ist Coaching das Richtige für mich?
Kontrolle ist kein Charakterfehler – sondern eine Überlebensstrategie
Kontrolle entsteht oft dort, wo Menschen früh gelernt haben:
dass Bedürfnisse nicht verlässlich beantwortet wurden dass Nähe unsicher war dass Offenheit Konsequenzen hatte
Kontrolle gibt Struktur.
Kontrolle gibt Vorhersagbarkeit.
Kontrolle schützt.
Das Problem beginnt nicht bei der Kontrolle selbst, sondern dort, wo sie jede Entwicklung verhindert.
Warum Vertrauen sich oft zu gefährlich anfühlt
Vertrauen ist kein Entschluss.
Vertrauen ist ein Zustand.
Wenn innere Sicherheit fehlt, wird Vertrauen erlebt als:
Kontrollverlust – Ausgeliefertsein – Risiko, sich selbst zu verlieren.
Dann sagt das innere System nicht:
„Ich will nicht.“
Sondern:
„Ich kann gerade nicht.“
Warum Träumen leichter ist als wirklich etwas zu verändern
Träumen erfüllt eine wichtige Funktion:
Es gibt Hoffnung. Es erzeugt das Gefühl von Bewegung. Es vermeidet Risiko.
Solange Veränderung nur gedacht wird, muss nichts verloren gehen.
Keine Beziehung.
Keine Identität.
Keine Illusion.
Echte Veränderung hingegen bedeutet:
sich selbst real zu erleben
Unsicherheit auszuhalten
Verantwortung zu übernehmen
Das ist anspruchsvoll.
Und genau deshalb bleiben viele Menschen lieber im Möglichkeitsraum als im gelebten Leben.
Einsicht reicht nicht – Veränderung braucht Verkörperung
Viele Menschen verstehen sich sehr gut.
Sie können ihre Muster benennen.
Ihre Geschichte erklären.
Ihre Dynamiken analysieren.
Doch Einsicht allein verändert wenig.
Denn das Nervensystem fragt nicht:
„Ist das logisch?“
Sondern:
„Ist das sicher genug, um mich darauf einzulassen?“
Erst wenn diese Frage innerlich mit Ja beantwortet wird, entsteht echte Bereitschaft.
Der Wendepunkt: Von Kontrolle zu Selbstführung
Nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch Loslassen auf Knopfdruck.
Sondern durch:
Aufbau innerer Sicherheit
bewusste Selbstwahrnehmung
kleine, tragfähige Schritte
Erfahrung von Selbstwirksamkeit
Dann wird Vertrauen kein Sprung ins Ungewisse, sondern eine natürliche Folge innerer Stabilität.
Veränderung beginnt dort, wo du dich selbst tragen kannst
Nicht schneller.
Nicht radikaler.
Nicht perfekter.
Sondern präsenter.
Verbunden.
In Kontakt mit dir.
Genau hier setzt tiefe, traumasensible Selbstarbeit an –
jenseits von Druck, Optimierung und Selbstüberforderung.
Reflexionsfrage zum Innehalten
Wo in deinem Leben träumst du noch von Veränderung – und was bräuchtest du innerlich, um den nächsten kleinen, echten Schritt gehen zu können?
