Manchmal macht uns das Leben zu schaffen. Manchmal sind es andere Menschen. Und manchmal sind wir so sehr damit beschäftigt, es allen recht zu machen, dass wir selbst kaum noch vorkommen.
Wir funktionieren, übernehmen Verantwortung, halten durch und versuchen, den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Wir denken über unsere Probleme nach, analysieren unsere Beziehungen und verstehen irgendwann sogar, warum wir uns so verhalten, wie wir uns verhalten.
Und trotzdem geht es uns nicht unbedingt besser.
Vielleicht liegt das daran, dass wir nicht nur unter dem leiden, was uns widerfährt. Sondern manchmal auch darunter, wie wir gelernt haben, damit umzugehen.
In meiner Arbeit als traumasensibler Coach beschäftige ich mich deshalb mit einer Frage, die weit über einzelne Konflikte hinausgeht: Wie gehen wir mit uns selbst um, wenn das Leben schwierig wird? Was passiert mit uns, wenn wir unsere Bedürfnisse übergehen, Gefühle unterdrücken oder uns ständig an andere anpassen? Und was brauchen wir, um wieder mehr Vertrauen in uns selbst und unser Leben zu entwickeln?
Was macht uns Menschen eigentlich krank?
Eine schwierige Beziehung kann uns belasten. Dauerstress kann uns erschöpfen. Verlust, Einsamkeit, Überforderung und ungelöste Konflikte können uns psychisch und körperlich zu schaffen machen.
Doch nicht alles, was uns krank macht, hat mit Beziehungen zu tun. Auch körperliche, biologische und soziale Faktoren spielen eine wichtige Rolle.
Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick auf unseren Umgang mit Belastungen.
Denn manchmal leiden wir nicht nur unter einer schwierigen Situation. Wir leiden zusätzlich darunter, dass wir uns selbst in dieser Situation nicht mehr richtig wahrnehmen, uns nicht ernst nehmen oder glauben, allein damit klarkommen zu müssen.
Wir merken, dass uns etwas zu viel wird, machen aber weiter. Wir fühlen uns verletzt, erklären aber lieber das Verhalten des anderen. Wir sind wütend, haben jedoch Angst, unsere Wut zu zeigen. Wir wünschen uns Nähe und sagen nichts, weil wir befürchten, dadurch bedürftig zu wirken.
Von außen sieht das vielleicht nach Anpassungsfähigkeit, Vernunft oder Stärke aus.
Von innen kann es sich ganz anders anfühlen.
Denn funktionieren zu können bedeutet nicht automatisch, dass es uns gut geht.
Ungesunde Beziehungen: Wenn Nähe zur Belastung wird
Menschen brauchen Verbundenheit. Wir möchten dazugehören, gesehen werden, Vertrauen erleben und uns auf andere verlassen können.
Doch nicht jede Beziehung tut uns gut.
Wenn wir ständig mit Kritik, Abwertung, Unberechenbarkeit, Kontrolle oder Zurückweisung rechnen müssen, kann das zu einer erheblichen Belastung werden. Wir beobachten dann vielleicht ununterbrochen die Stimmung des anderen, überlegen dreimal, was wir sagen, und versuchen, Konflikte um jeden Preis zu vermeiden.
Aus einem Gespräch wird eine strategische Besprechung. Aus Nähe wird Anspannung. Und aus der Frage, ob wir uns wohlfühlen, wird die Frage, ob der andere noch zufrieden mit uns ist.
Das kann auf Dauer erschöpfen.
Besonders schwierig wird es, wenn wir unsere eigenen Grenzen immer weiter verschieben, um eine Beziehung aufrechtzuerhalten. Dann beschäftigen wir uns irgendwann mehr damit, wie wir den anderen nicht verlieren, als damit, was diese Beziehung eigentlich mit uns macht.
Dabei ist nicht jeder Konflikt ein Zeichen für eine ungesunde Beziehung. Entscheidend ist unter anderem, ob beide Menschen Verantwortung übernehmen, Grenzen respektieren und nach Auseinandersetzungen wieder zueinanderfinden können.
Und manchmal ist die wichtigste Veränderung nicht, dass wir lernen, noch besser mit einer schwierigen Beziehung umzugehen. Sondern dass wir erkennen, was wir nicht länger hinnehmen möchten.
Wenn wir uns selbst aus den Augen verlieren
Es gibt Menschen, die sehr genau wissen, was andere von ihnen erwarten. Sie merken sofort, wenn jemand enttäuscht ist, helfen, vermitteln und übernehmen Verantwortung.
Nur bei einer Frage wird es schwierig: Was brauche eigentlich ich?
Vielleicht kennst du das: Du sagst Ja, obwohl du Nein meinst. Du entschuldigst dich, obwohl du dich verletzt fühlst. Du stellst deine Bedürfnisse zurück, weil gerade jemand anderes wichtiger zu sein scheint.
Und irgendwann weißt du gar nicht mehr so genau, ob du etwas wirklich möchtest oder nur glaubst, es tun zu müssen.
Das passiert nicht unbedingt bewusst. Viele unserer Verhaltensweisen haben sich über Jahre entwickelt. Vielleicht war es früher hilfreich, besonders brav, leistungsfähig, unauffällig oder verständnisvoll zu sein. Vielleicht hast du gelernt, dass Konflikte gefährlich sind, Bedürfnisse andere belasten oder Anerkennung davon abhängt, wie gut du dich anpasst.
Was früher eine sinnvolle Strategie gewesen sein kann, kann heute zur Belastung werden.
Du musst dich nicht dafür verurteilen, wie du gelernt hast, durchs Leben zu kommen. Aber du darfst überprüfen, ob du heute noch genauso leben möchtest.
Genau dort beginnt für mich die Auseinandersetzung mit der Beziehung zu dir selbst.
Warum wir manchmal gegen uns selbst arbeiten
Wir alle entwickeln Wege, mit Unsicherheit, Angst, Scham und Enttäuschung umzugehen.
Manche Menschen versuchen, alles unter Kontrolle zu halten. Andere vermeiden Konflikte, ziehen sich zurück oder passen sich besonders stark an. Wieder andere leisten immer mehr, damit sie sich endlich gut genug fühlen.
Das Problem ist nicht automatisch das Verhalten selbst. Es kommt darauf an, wann wir es einsetzen, welche Möglichkeiten wir noch haben und welchen Preis wir dafür bezahlen.
Wenn du beispielsweise aus Angst vor Ablehnung ständig deine Meinung zurückhältst, schützt du dich möglicherweise vor einem Konflikt. Gleichzeitig nimmst du dir die Möglichkeit, dich ehrlich zu zeigen und herauszufinden, ob eine Beziehung auch mit deiner abweichenden Meinung bestehen kann.
Wenn du aus Angst vor dem Scheitern nichts Neues wagst, vermeidest du kurzfristig Unsicherheit. Langfristig kann dein Leben dadurch immer kleiner werden.
Und wenn du versuchst, unangenehme Gefühle ausschließlich mit Nachdenken zu lösen, verstehst du vielleicht irgendwann jede Menge über dich. Nur fühlen, was tatsächlich in dir vorgeht, musst du deshalb noch lange nicht können.
Der Kopf kann viel erklären. Er kann uns aber nicht jede Erfahrung abnehmen.
Dauerstress: Wenn wir nicht mehr richtig zur Ruhe kommen
Anhaltender Stress kann unsere Gesundheit belasten. Er kann unseren Schlaf, unsere Konzentration, unsere Stimmung und unser körperliches Wohlbefinden beeinträchtigen.
Dabei entsteht Stress nicht nur durch äußere Anforderungen. Auch dauernde Selbstzweifel, ungelöste Konflikte, die Angst vor Ablehnung oder das Gefühl, ständig etwas leisten zu müssen, können uns beanspruchen.
Vielleicht kennst du das: Selbst wenn gerade nichts passiert, bist du innerlich beschäftigt. Du gehst Gespräche immer wieder durch, überlegst, was du hättest anders sagen sollen, oder machst dir Gedanken darüber, was morgen schiefgehen könnte.
Du sitzt auf dem Sofa, aber dein Kopf hat Überstunden.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, Belastungen zu reduzieren. Es geht auch darum, zu erkennen, was dich innerlich unter Druck setzt, wie du mit diesem Druck umgehst und welche Möglichkeiten du hast, etwas zu verändern.
Manchmal hilft es, anders mit den eigenen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Manchmal braucht es klarere Grenzen, mehr Unterstützung oder Veränderungen im äußeren Leben.
Und manchmal ist professionelle medizinische oder psychotherapeutische Hilfe wichtig. Coaching kann dabei unterstützen, ersetzt sie aber nicht.
Innere Sicherheit: Nicht alles kontrollieren müssen
Innere Sicherheit bedeutet nicht, dass wir immer gelassen sind, keine Angst haben oder jede Situation souverän meistern.
Sie bedeutet auch nicht, dass uns andere Menschen niemals enttäuschen dürfen.
Es geht vielmehr darum, zunehmend darauf vertrauen zu können, mit dem umzugehen, was in uns und um uns herum geschieht. Eigene Gefühle wahrzunehmen, ohne ihnen ausgeliefert zu sein. Unsicherheiten auszuhalten, ohne sofort alles kontrollieren zu müssen. Fehler zu machen, ohne gleich unseren gesamten Wert infrage zu stellen.
Und zu erkennen, dass wir nicht jede Enttäuschung verhindern können, ohne deshalb unsere eigenen Bedürfnisse aufgeben zu müssen.
Innere Sicherheit entsteht nicht allein durch gute Gedanken. Sie entwickelt sich unter anderem durch Erfahrungen, Beziehungen, Selbstwahrnehmung und die Möglichkeit, selbst wirksam zu werden.
Wir lernen, uns besser zu verstehen. Wir entdecken neue Handlungsmöglichkeiten. Und wir erleben, dass wir nicht jede schwierige Situation auf dieselbe Weise bewältigen müssen wie früher.
Das ist kein Schalter, den man einmal umlegt. Es ist ein Entwicklungsprozess.
Was hat die Beziehung zu uns selbst damit zu tun?
Die Beziehung zu uns selbst zeigt sich nicht nur darin, was wir über uns denken. Sie zeigt sich auch darin, wie wir mit uns umgehen.
Nehmen wir unsere Gefühle ernst? Können wir unsere Bedürfnisse erkennen? Vertrauen wir unserer Wahrnehmung, ohne sie für unfehlbar zu halten? Dürfen wir Grenzen setzen, Fehler machen und unsere Meinung ändern?
Oder behandeln wir uns selbst wie einen Mitarbeiter, dessen Leistung ständig überprüft werden muss?
Vielleicht bist du mit dir selbst besonders streng. Vielleicht erwartest du von dir, dass du längst über etwas hinweg sein solltest. Vielleicht vergleichst du dich mit anderen und fragst dich, warum du bestimmte Dinge nicht einfach auf die Reihe bekommst.
Doch Selbstverständnis entsteht nicht dadurch, dass wir uns noch besser kritisieren.
Es entsteht, wenn wir anfangen, genauer hinzuschauen: Was passiert gerade in mir? Was belastet mich? Was versuche ich zu vermeiden? Was brauche ich? Und was kann ich tatsächlich tun?
Diese Fragen lösen nicht jedes Problem. Aber sie können den Unterschied machen zwischen einem Leben, in dem wir überwiegend auf Anforderungen reagieren, und einem Leben, in dem wir zunehmend bewusste Entscheidungen treffen.
Was hilft, wenn wir uns selbst verloren haben?
Es geht nicht darum, ab sofort alles richtig zu machen. Auch nicht darum, jede unangenehme Erfahrung zu analysieren oder aus jedem Gefühl ein Entwicklungsprojekt zu machen.
Manchmal brauchen wir weniger Selbstoptimierung und mehr ehrlichen Kontakt zu uns selbst.
Dazu gehört:
- Wahrnehmen: Was fühle ich gerade, und was geht tatsächlich in mir vor?
- Verstehen: Welche Erfahrungen, Befürchtungen und Gewohnheiten beeinflussen mein Verhalten?
- Ernst nehmen: Welche Bedürfnisse und Grenzen zeigen sich darin?
- Unterscheiden: Was kann ich verändern, was muss ich akzeptieren und wo brauche ich Unterstützung?
- Handeln: Welcher konkrete Schritt entspricht dem, was ich erkannt habe?
Das klingt vielleicht einfach. Ist es aber nicht immer.
Denn etwas zu verstehen und es im Alltag tatsächlich anders zu machen, sind zwei verschiedene Dinge. Gerade dann, wenn alte Verhaltensweisen mit Angst, Scham oder dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit verbunden sind.
Deshalb braucht Entwicklung mehr als gute Vorsätze. Sie braucht Zeit, passende Erfahrungen und die Möglichkeit, neue Verhaltensweisen auszuprobieren, ohne sich für jeden Rückschritt fertigzumachen.
Wie ich dich dabei begleite
In meiner traumasensiblen Prozessbegleitung und meinem Coaching geht es nicht darum, dich zu einem besseren Menschen zu machen.
Du musst nicht optimiert werden.
Mich interessiert, wie du dich selbst erlebst, welche Muster dein Leben beeinflussen und was dich daran hindert, so mit dir und anderen umzugehen, wie du es dir eigentlich wünschst.
Vielleicht verstehst du längst, warum du dich immer wieder anpasst. Vielleicht weißt du, dass du Grenzen setzen solltest, schaffst es aber im entscheidenden Moment nicht. Vielleicht gerätst du in Beziehungen immer wieder in ähnliche Situationen. Oder du funktionierst nach außen hervorragend und fragst dich trotzdem, warum du dich innerlich so wenig mit dir verbunden fühlst.
Wir schauen gemeinsam genauer hin.
Du lernst, deine Gefühle und Bedürfnisse besser wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Wir betrachten nicht nur, was du denkst, sondern auch, was du fühlst, wie du reagierst und was du tatsächlich verändern möchtest.
Dabei geht es nicht darum, deine Vergangenheit für alles verantwortlich zu machen. Und auch nicht darum, dir die Verantwortung für das Verhalten anderer Menschen aufzubürden.
Es geht darum, deine Möglichkeiten im Hier und Jetzt zu erweitern.
Ich begleite dich mit einer klaren, wertschätzenden und traumasensiblen Haltung. Ich stelle Fragen, die manchmal unbequem sein können, aber dir helfen sollen, genauer hinzuschauen. Nicht, um dich zu korrigieren. Sondern damit du dich selbst besser verstehen und bewusster entscheiden kannst.
Du musst nicht erst zusammenbrechen, um etwas zu verändern
Vielleicht geht es dir gerade nicht schlecht genug, um etwas Grundlegendes zu verändern. Vielleicht funktioniert dein Leben ja noch.
Du gehst arbeiten, kümmerst dich um andere, erledigst deine Aufgaben und bekommst vieles hin.
Aber vielleicht bemerkst du auch, dass du dich immer häufiger zurückstellst. Dass du dich in Beziehungen verlierst. Dass du viel nachdenkst und wenig umsetzt. Oder dass du zwar weißt, was dir guttun würde, aber immer wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällst.
Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht.
Du darfst dich schon dann mit dir selbst beschäftigen, wenn du bemerkst, dass du dich in deinem eigenen Leben zunehmend aus den Augen verlierst.
Wenn du verstehen möchtest, was dich belastet, welche Muster dich festhalten und wie du wieder mehr Vertrauen in dich selbst entwickeln kannst, lass uns darüber sprechen.
In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, worum es dir geht und ob meine Begleitung zu deinem Anliegen passt.
Du musst noch nicht genau wissen, was die Ursache ist oder wie die Lösung aussehen soll. Es reicht, wenn du bereit bist, genauer hinzuschauen.
[Lass uns sprechen – vereinbare deinen ersten Termin.]