Warum du erschöpft bist – und was das eigentlich bedeutet

Von Marc A. Holtz

Erschöpfung hat viele Gesichter. Oft zeigt sie sich nicht in dem, was du tust – sondern in dem, was du schon lange nicht mehr fühlst.

Sie ist weniger ein Problem der vorhandenen Energie oder wie du mit ihr haushaltest, sondern eines der Verbindung: zu dir selbst. Spoiler: so wie du mit dir umgehst, schätzt du dich auch wert.

Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist oft ein stiller Hinweis darauf, dass du zu lange gegen dich selbst gelebt hast. Und dass du dich gegen solch einen Umgang mit deiner Person nicht geschützt hast.

Viele Menschen, die sich innerlich leer fühlen, haben über Jahre hinweg funktioniert, um keinesfalls etwas zu riskieren: sie haben Verantwortung getragen, sich angepasst, Erwartungen erfüllt, gehalten, was andere brauchten – und dabei unmerklich den Kontakt zu sich selbst verloren.

Sie haben gelernt, stark zu sein, statt ehrlich zu sein.

Zu leisten, statt zu spüren.

Zu reagieren, statt zu atmen.

Diese Erschöpfung entsteht nicht nur im Kopf. Sie sitzt im Körper, im Nervensystem, in den feinen Mustern des „Weiter so“. Im Funktionieren.

Selbst in Ruhe bleibt der innere Motor an. Gedanken kreisen, der Körper meldet Müdigkeit, doch etwas in dir erlaubt kein Loslassen von solch einem Verhalten.

Du bist nicht zu müde zum Tun – du bist zu leer zum Fühlen. Dich zu fühlen. Das hast du wahrscheinlich so gelernt.

Psychologisch betrachtet ist das keine Krankheit, sondern ein Zustand von Überanpassung:

Ein Leben, das zu sehr nach außen gerichtet war – auf Erwartungen, auf Sicherheit, auf Kontrolle – und zu wenig nach innen. Du hast gelernt, andere zu befriedigen, bevor du dich befriedigst.

Erschöpfung zeigt dann an, dass ein Teil von dir nicht mehr mitmachen will. Nicht, weil er versagt, sondern weil er dich zurückrufen will.

Zurück zu dir.

Zu deinem Körper, deinen Grenzen, deinen echten Bedürfnissen.

Zu dem Ort in dir, der still weiß, was dir guttut – auch wenn du es vergessen hast.

Wenn du beginnst, diesen Signalen zuzuhören, wird Erschöpfung zu etwas anderem: zu einer Einladung, dich wieder zu spüren.

Nicht, um noch mehr aus dir herauszuholen, sondern um endlich bei dir anzukommen.

Wer über Jahre gewohnt ist, das zu ignorieren, was der eigene Körper einem sagt, auch die Grenzen die er aufzeigt, kann daran einiges ändern. Am Ende kommt er im Idealfall bei sich an.

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