Beziehungen scheitern heute selten an fehlender Liebe. Sie scheitern an vollen Kalendern, leeren Akkus – und daran, dass zwei Menschen nebeneinander liegen und auf unterschiedliche Bildschirme starren.
Beziehungscoaching ist längst kein Reparaturbetrieb mehr, sondern eine Navigationshilfe durch Nähe, Überforderung und moderne Beziehungsrealitäten.
Von Marc A. Holtz, Beziehungscoach
Trend 1: Digitale und KI-gestützte Beziehungshilfe
Beziehungscoaching passiert vermehrt online (Video-Coaching, Apps) und nutzt sogar KI-Tools, um Insights oder Fortschritte zu tracken. Coaches koppeln persönliche Sitzungen mit digitalen Tools für mehr Flexibilität und Reichweite.
Und ja, es gibt mittlerweile sogar Chatbots als Beziehungscoaches, weil manche Menschen mehr mit Roboter-Therapeuten sprechen wollen als miteinander.
Trend 2: Emotional Intelligence & Mikro-Verbindungen
Emotional intelligent zu kommunizieren ist kein esoterischer Bonus mehr, sondern ein Kernziel im Coaching: Gefühle erkennen, regulieren und konstruktiv teilen soll Konflikte entschärfen.
Dazu gehören auch winzige Alltagsmomente, die mehr Verbindung schaffen als große Gesten.
Trend 3: Technik als Beziehungsthema selbst
Nicht nur Coaching darüber, wie Technik genutzt wird, sondern „Phubbing“ – aka Partner ignorieren, weil Smartphone → Beziehungskiller – wird in Beratungen thematisiert.
Digitale Grenzen und Offline-Zeiten sind ein Thema, auf das viele Coaches inzwischen eingehen.
Trend 4: Mehr Männer in der Beratung
Es ist keine Qual, sondern ein wachsender Trend: Männer suchen verstärkt Paar-/Beziehungscoaching auf – ein Thema, das Coaches aktuell mehr adressieren.
Trend 5: Vielfältige Beziehungsmodelle & Lebensformen
Coaching deckt zunehmend nicht-traditionelle Beziehungsformen ab (z. B. Polyamorie, offene Beziehungen, diverse Identitäten), inklusive Reflexion über Bindungsstile und Erwartungen.
Trend 6: Trauma- und emotionssensibles Coaching
Anstatt nur „Probleme lösen“, geht’s mehr darum, wie Gefühle und alte Muster die Verbindung prägen – z. B. traumasensible Paararbeit oder Konflikte nicht nur „abzustellen“, sondern zu verstehen.
Trend 7: Klassische Themen, frisch verpackt
Alte Bekannte wie Kommunikation, Konfliktlösung, Vertrauen, Untreue, Intimität, Bindungsängste etc. sind weiterhin heiß – nur werden sie heute oft mit moderner Sprache und neuen Tools (z. B. Online-Übungen) behandelt.
Zusammengefasst für deinen inneren Beziehungs-Trendchecker:
Tech + Coaching = überall, sogar mit Robotern. Emotionale Kompetenz stolpert über Buzzword hinaus in echte Praxis. Smartphone kann deine Beziehung killen (und nein, das ist kein Meme). Männer reden mehr über Gefühle. Überraschung. Vielfalt in Beziehungskonzepten ist Standard-Diskussion.

