Die innere Stabilität eines Menschen

Eine psychologische und traumasensible Einordnung

Stabilität ist eines der am häufigsten missverstandenen Worte in der persönlichen Entwicklung. Viele glauben, stabile Menschen seien „unerschütterlich“, durchgehend souverän oder hätten alles unter Kontrolle.

Doch echte Stabilität entsteht nicht durch Härte oder Festigkeit, sondern durch Regulation, Selbstkontakt und die Fähigkeit, verbunden zu handeln, statt reaktiv zu reagieren.

Von Marc Alexander Holtz

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In diesem Artikel erfährst du, woran man stabile Handlungen erkennt, wie sich innere Stabilität zeigt und warum sie ein zentraler Baustein für gesunde Beziehungen, gute Entscheidungen und persönliche Veränderung ist.

Was bedeutet innere Stabilität überhaupt?

Innere Stabilität ist kein starres Persönlichkeitsmerkmal. Sie ist ein Zustand des Nervensystems, der es ermöglicht, klar zu fühlen, klar zu denken und klar zu handeln – sogar unter Druck.

Sie zeigt sich nicht darin, dass jemand nie Stress hat.

Sondern darin, wie jemand mit Stress umgeht.

Stabile Menschen müssen nicht perfekt sein.

Sie müssen nur regulierbar sein.

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1. Emotionale Stabilität: Die Grundlage jeder stabilen Handlung

Emotionale Stabilität erkennt man daran, dass jemand Gefühle wahrnehmen kann, ohne von ihnen überrollt zu werden.

Merkmale emotional stabiler Menschen:

Sie reagieren flexibel, nicht impulsiv. Sie treffen Entscheidungen nicht aus Panik, sondern aus Klarheit. Sie bleiben präsent – auch wenn es innerlich bewegt ist.

Warum das wichtig ist:

Nur ein reguliertes Nervensystem kann verlässlich, realistisch und verbunden handeln.

Unregulierte Handlungen wirken dagegen oft chaotisch, widersprüchlich oder unberechenbar.

2. Konsistenz: Innen stimmt mit Außen überein

Einer der deutlichsten Indikatoren für Stabilität ist Kongruenz.

Stabile Menschen…

sagen, was sie meinen meinen, was sie sagen handeln nach ihren Werten, nicht nach Erwartungen

Sie müssen sich nicht erklären, rechtfertigen oder beweisen.

Ihre Entscheidungen wirken ruhig, logisch und stimmig.

Erkennbar an stabilen Handlungen:

Sie treffen Entscheidungen bewusst und begründet Sie kommunizieren klar, ohne Druck zu erzeugen Sie stehen zu ihren Grenzen – ohne Schuld oder Aggression

3. Verlässlichkeit: Wiederholbarkeit statt Perfektion

Stabile Handlungen erkennt man an Regelmäßigkeit, nicht an Größe.

Keine dramatischen Versprechen.

Keine heroischen Einmal-Gesten.

Keine „Alles oder nichts“-Bewegungen.

Stabile Menschen…

sind pünktlich – oder sagen rechtzeitig Bescheid, halten Vereinbarungen ein – oder kommunizieren Veränderungen, sind vorhersehbar – auf gute Weise.

Verlässlichkeit schafft Sicherheit.

Und Sicherheit schafft Vertrauen.

4. Selbstkontakt: Die Fähigkeit, sich selbst zu spüren

Ein zentraler Baustein innerer Stabilität ist die Fähigkeit, sich selbst wahrzunehmen.

Ohne Selbstkontakt entstehen Handlungen aus automatischen Mustern – nicht aus bewusster Wahl.

Merkmale eines stabilen Selbstkontakts:

Ich weiß, was ich fühle – ohne mich dafür zu verurteilen. Ich erkenne meine Trigger, bevor sie mich steuern. Ich kann Verantwortung übernehmen, ohne Schuld zu schlucken.

Das macht Entscheidungen nicht immer leicht – aber wahr.

5. Gesunde Grenzen: Das wichtigste Stabilitätsmerkmal im Alltag

Stabile Menschen schützen ihre Beziehung zu sich selbst.

Sie sagen klare Neins – und echte Jas.

Sie müssen niemanden wegstoßen.

Sie müssen niemanden festhalten.

Sie müssen sich nicht verstecken.

Erkennbar an:

klarer Sprache ohne Drama, Grenzen, die respektvoll und ruhig sind. Entscheidungen, die gut erklärt, aber nicht verteidigt werden.

Grenzen zeigen innere Ordnung.

Innere Ordnung zeigt Stabilität.

6. Beziehungsfähigkeit: Stabilität zeigt sich auch in Verbindung

Innere Stabilität ist nie rein individuell.

Sie zeigt sich besonders in Beziehungen.

Stabile Menschen…

können Nähe zulassen, ohne sich zu verlieren, können Konflikte ansprechen, ohne aggressiv zu werden, können Kritik hören, ohne zusammenzufallen.

Sie bleiben bei sich – und gleichzeitig in Beziehung.

Diese Form der Verbundenheit ist ein direkter Hinweis auf Regulierung und innere Reife.

7. Handlungskraft: Entscheidungen aus Wahl, nicht aus Überlebensmodus

Der vielleicht wichtigste Unterschied:

Stabile Handlungen entstehen aus Wahl.

Unstabile Handlungen entstehen aus Druck, Angst, Leere, Anpassung oder Impulsen.

Stabile Menschen…

handeln bewusst, nicht getrieben, wählen Prioritäten klar, treffen Entscheidungen mit langfristigem Blick, handeln stimmig, nicht reaktiv.

Das fühlt sich weder hart noch kompliziert an.

Eher ruhig. Klar. Bodenständig.

Was Stabilität NICHT ist

Viele verwechseln Stabilität mit Eigenschaften, die eher auf Anspannung oder Überlebensstrategien hinweisen.

Stabilität ist NICHT:

Unemotionalität, Härte, Kontrolle, Perfektion, Durchhalten um jeden Preis, Sich nichts anmerken lassen.

Das sind oft nur kompensierte Instabilitäten.

Fazit: Woran erkennt man stabile Menschen?

An leiser Klarheit, nicht an Lautstärke.

An Konsistenz, nicht an Kontrolle.

An Regulation, nicht an Perfektion.

An Verbindung, nicht an Abhängigkeit oder Rückzug.

An Bewusstheit, nicht an impulsiven Mustern.

Stabile Menschen müssen nicht stark wirken.

Sie sind es – weil sie mit sich verbunden sind.

Ich bin praxisorientierter Beziehungscoach* und bringe Menschen dazu, sich und anderen mit Neugierde zu begegnen. Was dann passiert ist kein Zufall.

Ausgebildet zum traumasensibilisierten Beziehunfscoach. Heißt, die oft unsichtbaren Folgen von Traumata zu erkennen, zu verstehen und im Umgang mit Betroffenen bewusst darauf zu reagieren.

Ich arbeite mit Einzelpersonen und gebe Workshops für Verbände & Firmen nach Anfrage.

2025 ist erstmals mein Programm „Zurück zu dir, zurück nach vorn“ erschienen. Es begleitet meine Arbeit, Schreiben und Denken.

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