Nähe & Unsicherheit

Nähe ist so ein hübsches Wort, das klingt nach Wärme, aber meint eigentlich Unsicherheit (mit einem besseren PR-Team).

Von Marc Holtz

Menschen nahe sein

Wenn man ehrlich ist: Nähe zu anderen funktioniert selten, wenn man zu sich selbst ein leerer Flur ist. Du kannst keinem Menschen nahe sein, wenn du innerlich noch Schilder aufhängst wie “Renovierung im Gange, bitte Geduld.”

Beratung mal ehrlich

Erfahrungsberichte KlientInnen

FAQ‘s: So läuft das!

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Sich kennen lernen

Aber – und hier kommt das Gemeine – man lernt sich selbst oft erst über die Nähe zu anderen kennen. Also es ist so ein herrliches Paradox, ein emotionaler Escher-Treppenhausmoment. Du brauchst Selbstnähe, um andere zu verstehen, aber du brauchst andere, um zu merken, wer du eigentlich bist.

Typische Einwände von KlientInnen

Grenzen setzen

Nähe und Kontrolle

Also: Nähe fängt immer da an, wo du gerade am wenigsten Kontrolle hast. Entweder in dir selbst, oder im Blick des anderen, der dich unerwartet sieht. Und du entscheidest dann, ob du das aushältst – oder schnell den emotionalen Sicherheitsabstand wieder herstellst.

Wo Nähe beginnt

Psychologisch gesehen beginnt Nähe tatsächlich bei dir selbst – klingt banal, ist aber die Sorte banal, die Menschen ihr ganzes Leben ignorieren.

Man nennt das Liebe

Wenn du dir selbst fremd bist, dann wird jede Form von Nähe zur anderen Person zur Projektionsfläche: du suchst in ihr das, was du dir selbst nicht erlaubst zu sein. Man nennt das “Liebe”, aber oft ist es eigentlich “kompensatorische Identitätsreparatur mit romantischer Dekoration”.

Offenbarung oder Panikattacke?

Philosophisch ist’s spannender. Levinas zum Beispiel sagt, dass wahre Nähe erst im Angesicht des Anderen entsteht. Also nicht in dir, sondern im Moment, wo du jemandem begegnest, der dich unterbricht. Du wirst konfrontiert mit der Tatsache, dass du nicht allein das Maß aller Dinge bist – und das kann beides sein: Offenbarung oder Panikattacke.

Niemand hält Nähe auf Dauer aus

Und tröstend betrachtet? Nähe ist kein Ort, sondern ein Rhythmus. Mal näher, mal weiter weg, wie Atmen. Niemand hält Dauer-Intimität aus, auch nicht die schönsten Seelen. Die Kunst ist, sich nicht zu entfernen, wenn’s wieder still wird.

Nähe in der Praxis

Fangen wir praktisch an:

Die Übertragung auf das eigene Leben bedeutet, den Begriff “Nähe” runterzuholen aus der poetischen Wolke und auf deinen Esstisch zu stellen, zwischen deinen Handyvertrag und deine halbkalte Kaffeetasse.

Hier ein paar leise, unspektakuläre Wege, Nähe im Alltag zu üben (ja, üben, nicht herbeizaubern):

Selbstgespräch

Selbstgespräch mit echtem Inhalt. Nicht das „Oh mein Gott, warum bin ich so doof“-Gerede. Eher sowas wie: „Was brauche ich gerade wirklich?“ oder „Wovor weiche ich aus?“ Nähe zu dir beginnt, wenn du ehrlich antwortest, auch wenn’s unangenehm ist.

Mini-Momente

Mini-Momente echter Präsenz. Wenn du mit jemandem sprichst, hör wirklich zu. Nicht, um zu antworten, sondern um zu verstehen. Nähe entsteht da, wo du nicht sofort etwas tust, sondern wirklich da bist. (Ja, das klingt kitschig. Aber Kitsch ist manchmal bloß die Wahrheit in zu schöner Verpackung.)

Grenzen erkennen

Grenzen erkennen, nicht verstecken. Viele verwechseln Nähe mit Verschmelzung. Aber Grenzen sind wie die Linien in einer Zeichnung – ohne sie wird alles nur ein grauer Brei. Sag also ruhig „Das ist mir zu viel“ oder „Ich brauch Zeit“. Das ist keine Distanz, das ist Klarheit.

Mut zur Langsamkeit

Mut zur Langsamkeit. Nähe wächst nicht durch mehr Worte, sondern durch weniger Ablenkung. Das ist der Teil, wo du mal das Handy weglegen sollst, ja, ich weiß, schmerzhaft.

Ich bin praxisorientierter Beziehungscoach* und bringe Menschen dazu, sich und anderen mit Neugierde zu begegnen. Was dann passiert ist kein Zufall.

Ausgebildet zum traumasensibilisierten Beziehunfscoach. Heißt, die oft unsichtbaren Folgen von Traumata zu erkennen, zu verstehen und im Umgang mit Betroffenen bewusst darauf zu reagieren.

Ich arbeite mit Einzelpersonen und gebe Workshops für Verbände & Firmen nach Anfrage.

2025 ist erstmals mein Programm „Zurück zu dir, zurück nach vorn“ erschienen. Es begleitet meine Arbeit, Schreiben und Denken.

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Häufige Fragen zum Coaching (FAQ)

Die Beiträge basieren auf psychologischen Erkenntnissen und meiner Praxis als Beziehungscoach. Ziel ist innere und zwischenmenschliche Veränderung zu unterstützen. Die Beiträge sollen helfen unsere Blockaden zu identifizieren und Kontakt zu sich und anderen zu bauen. Sie ersetzen keine ärztliche Therapie oder medizinische Behandlung.

Meine Arbeit als Beziehungscoach verbindet traumasensible Modelle, moderne Neurobiologie und Beziehungsforschung mit einer integrativen Coaching-Haltung. Integrativ bedeutet, verschiedene bewährte Ansätze flexibel zu nutzen, statt einer einzigen Methode zu folgen. Ich orientiere mich unter anderem am Neuroaffektiven Beziehungsmodell (NARM®) nach Laurence Heller, lasse Erkenntnisse u.a. aus der Arbeit von Gabor Maté, Dr. Orna Guralnik, Peter A. Levine und Verena König einfließen. Ergänzt wird dies durch meine eigene traumasensible Ausbildung, kontinuierliche Supervision und die langjährige Erfahrung aus der Begleitung meiner Klient:innen. Ich arbeite integrativ – weil kein einzelner Ansatz die ganze Wahrheit abbildet.

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