Viele Menschen scheitern nicht an fehlender Intelligenz oder Einsicht. Sie scheitern daran, dass sie nicht wirklich hinhören.
Nicht nach außen – sondern nach innen.
Von Marc A. Holtz, Beziehungscoach
Ego und Stolz sind dabei keine Charakterschwächen.
Sie sind Schutzmechanismen.
Sie halten Abstand zur Wahrheit, wenn diese zu nah kommt.
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Ego ist kein Selbstbewusstsein – es ist Abstand
Ego will Recht behalten.
Ego will Kontrolle.
Ego will das Bild von sich selbst stabil halten.
Nicht, weil jemand überlegen ist.
Sondern weil Unsicherheit nicht ausgehalten wird.
Solange das Ego führt, bleibt man erklärend, analysierend, argumentierend.
Aber man begegnet sich nicht.
Stolz verhindert Berührung
Stolz sagt: „So bin ich halt.“
Oder: „Ich habe schon so viel verstanden.“
Was Stolz oft wirklich meint:
„Ich will nicht fühlen, wo es weh tut.“
Denn Wahrheit verlangt Nähe.
Und Nähe macht verletzlich.
Wer stolz bleibt, bleibt auf Abstand.
Zu anderen – und zu sich selbst.
Nicht zuhören ist eine aktive Entscheidung
Nicht-Zuhören ist kein Zufall.
Es ist eine Verteidigung.
Man hört nur das, was ins eigene Selbstbild passt.
Man überhört Hinweise, Feedback, innere Signale.
Man nennt es „Selbstschutz“.
In Wahrheit ist es Selbstvermeidung.
Solange man nicht zuhört, muss man sich nicht verändern.
Wahrheit beginnt dort, wo Verteidigung endet
Wirkliche Veränderung beginnt nicht mit Einsicht.
Sie beginnt mit Stillwerden.
Mit dem Mut, die innere Abwehr zu senken.
Mit der Bereitschaft, sich berühren zu lassen – auch von dem, was unbequem ist.
Nicht jeder will das.
Und das ist ehrlich.
Aber wer sich selbst begegnen will, muss bereit sein, Ego und Stolz nicht mehr führen zu lassen.
Reflexionsfragen
Welche Wahrheit über mich vermeide ich – nicht aus Unwissen, sondern aus Angst?
Wobei verteidige ich mein Selbstbild stärker als meine Ehrlichkeit?
Was würde ich verlieren, wenn ich mir wirklich zuhören würde? (Status, Kontrolle, Recht-haben, ein Bild von Stärke?)
Wo benutze ich Verstehen, Analysieren oder Reden, um nicht fühlen zu müssen?
Welche Rückmeldungen bekomme ich immer wieder – und tue so, als wären sie Zufall?
Wenn ich ganz ehrlich bin: Will ich Veränderung – oder nur Bestätigung?
Was würde passieren, wenn ich aufhören würde, mich vor mir selbst zu verteidigen?

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