Unternehmertum befähigen // Strategie & Ausführung reflektieren // Denkweise & Inspiration stärken // Kommunikation & Zuhören verbessern // Geschäft & Resonanz erweitern // Misserfolg & Erfahrung nutzen // Veränderung trotz Sicherheit //

Workshop: Strategische Kommunikation

Erst­mals haben wir bei news aktuell junge Unternehmer zum Kom­mu­nika­tions-Work­shop ein­ge­laden. Inten­sive zweiein­halb Stun­den diverse Branchen an einem Tisch. Zehn Gäste, sieben Unternehmen auf der Suche nach Erfolg.

Unser Work­shop bot ver­schieden­ste The­men zur Auswahl, die nach Ein­tr­e­f­fen der Teil­nehmer per Punk­tesys­tem ger­ankt wur­den.

In zweiein­halb Stun­den haben wir uns auf Augen­höhe durch drei The­men­felder bewegt. Kri­tisch auf Fra­gen Antworten zu for­mulieren ver­sucht. Das führte zu vie­len Lach­ern.

Zum jew­eili­gen The­ma gab es kurze Inputs und im Anschluss eben­sokurze Chal­lenges. Die löste jed­er jew­eils mit immer wieder einem frem­den Sitz­nach­barn.

Schnell wurd deut­lich: Es gibt keinen Mas­ter­plan für die richtige Kom­mu­nika­tion. Es gibt aber indi­vidu­elle Ziele und dafür Wege.

Der Erken­nt­nis­gewinn war befriedi­gend und bei­d­seit­ig.

Die Teil­nehmer nah­men Klarheit über näch­ste Prozess-Schritte hin­sichtlich ihrer Kom­mu­nika­tion mit, wir Erken­nt­nis­gewinn für Mark­tbe­darfe, Pain Points von Ziel­grup­pen und Input für die Pro­duk­ten­twick­lung.

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Der gegen­seit­ige Aus­tausch mit uns aber ins­beson­dere jen­er unter den Entre­pre­neuren selb­st, hat Gefall­en gefun­den.

Das Work­shop-For­mat wird zukün­ftig auch Co-Work­ing Spaces ange­boten und dort durchge­führt.

Bei Inter­esse gern Rück­mel­dung an holtz{at}newsaktuell.de

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Alle “60 Minuten Slack”-Inter­views

Marc Alexan­der Holtz ist Spar­ringspart­ner für Star­tUps und KMUs in den Bere­iche Busi­ness Devel­op­ment, Ver­trieb, strate­gis­che Kom­mu­nika­tion und Con­tent Mar­ket­ing. Er doziert, gibt Work­shops und Inhouse-Schu­lun­gen für Grün­derteams, Co-Work­ing-Spaces und KMUs. Bei der dpa-Tochter news aktuell machte er Ver­trieb, entwick­elt im Dig­i­tal­bere­ich Geschäfts­felder und arbeit­et derzeit im Pro­duk­t­man­age­ment.

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Storytelling: Nicht irgendeine Geschichte

Katrin Frische ist His­torik­erin und weiß welche Unternehmensgeschichte es wert ist an Kun­den über­liefert zu wer­den. Sie ist Exper­tin für Sto­ry­telling. Mit dem Handw­erk ein­er His­torik­erin. Welche Geschicht­en begeis­tern und wie man sie find­et, erzählt Katrin Frische mir “auf” Slack erzählt.

Marc Alexan­der HoltzIch wollte das Inter­view, da ich in meinen Beratungs­ge­sprächen mit Grün­dern oft fest­stelle, dass es ihnen schw­er fällt, ihre Unternehmensgeschicht­en span­nend zu erzählen. Du bist auf das Sto­ry­telling fokussiert und hil­f­st hier pro­fes­sionell?

Katrin: Ja, so ist es! Das mache ich mit Lei­den­schaft seit nun­mehr vier Jahren!

Marc: Wer nimmt diese Leis­tun­gen für sich in Anspruch und was sind dabei die größten Her­aus­forderun­gen dein­er Klien­ten?

Katrin: Es sind Unternehmen, die sich der Tat­sache bewusst sind, dass eine gute Unternehmen­skul­tur entschei­dend über Erfolg oder Mis­ser­folg ist.

Meinen Kun­den geht es vor allem darum, ihre Werte, ihr Wofür und ihre Visio­nen erleb­bar zu machen: für Mitar­beit­er und solche, die es wer­den kön­nten, für Geschäftspart­ner, Inve­storen und nicht zulet­zt für Kun­den.

Unternehmenskultur heißt, sich seiner Werte, Visionen und Geschichten bewusst zu sein

Marc: Du meinst, die Unternehmen­skul­tur ist damit eine Grund­vo­raus­set­zung, um am Markt seine Geschichte (erfol­gre­ich) erzählen zu kön­nen?

Katrin: Ja, und Unternehmen­skul­tur ver­ste­he ich dabei nicht nur in dem Sinne von: “Fre­itags essen wir Sushi zusam­men und an Wei­h­nacht­en lassen wir es ordentlich krachen” Unternehmen­skul­tur heißt für mich, sich sein­er Werte, sein­er Visio­nen und sein­er Geschicht­en bewusst zu sein. Und hat ein Unternehmen das für sich klar bekom­men, dann kann es seine Geschichte auch nach außen hin glaub­haft erzählen.

Marc: Und man muss heute viel erzählen, um Gehör zu find­en. Wie ste­ht es um Vision und Wer­te­be­wusst­sein in heutiger Unternehmen­skom­mu­nika­tion? Was nimmst du wahr?

Katrin: Ich stelle fest, dass diese bei­den Fak­toren eine immer größere Rolle spie­len. Werte und Visio­nen geben Halt und Ori­en­tierung. Und sie stiften Sinn. Nach all dem sehnen sich Men­schen in unser­er schnel­llebi­gen immer kom­plex­er wer­den­den Welt.

Marc: Ger­ade Star­tups tun sich mit dem The­ma oft­mals zunächst sehr schw­er. Was würdest du einem jun­gen Unternehmen hier rat­en?

Die richtige Story kann den Unterschied machen zwischen einer Organisation, die vor sich hin vegetiert und einer, die gut gedeiht

Katrin: Eine gute Geschichte ist das A und O ger­ade eines jun­gen Unternehmens.

Die richtige Sto­ry, an der richti­gen Stelle erzählt, kann den Unter­schied machen zwis­chen ein­er Organ­i­sa­tion, die vor sich hin veg­etiert, im schlimm­sten Fall verdör­rt, und ein­er, die gut gedei­ht. Und dabei meine ich nicht “irgen­deine” Geschichte. Son­dern eine authen­tis­che Geschichte. Eine, die die Fir­ma einzi­gar­tig macht. Die inspiri­ert, die mitreißt und die let­zten Endes auch Ein­fluss auf strate­gis­che Entschei­dun­gen hat. Eine solche Geschichte hat jedes Unternehmen.

Ich rate jun­gen Unternehmen, Zeit in diese Geschichte zu investieren. Das zahlt sich aus.

Simon Sinek hat ein Buch geschrieben: Start with Why. Damit leis­tet er dem The­ma Sto­ry­telling Vorschub. Er stellt fest, dass Unternehmen, die nach­haltig erfol­gre­ich sind, alle ihr “Wofür” ken­nen. Und dieses “Wofür” lässt sich am besten nar­ra­tiv erar­beit­en.

Marc: Zwei Fra­gen dazu: 1.) Du sagst, “die richtige Sto­ry am richti­gen Ort”. Wie find­et ein Unternehmen den “richti­gen Ort”? 2.) Magst du “nar­ra­tiv erar­beit­en” für uns alle etwas konkretisieren — was darf man sich darunter vorstellen?

Katrin: Gern. Ich beginne mit Frage 2: Die “Nar­ra­tive” ist die Geschichte, die wir erzählen. Ich möchte kurz erläutern, wie Sto­ry­telling, das nach­haltig erfol­gre­ich ist, für mich funk­tion­iert. Damit beziehe ich mich auf Mar­shall Ganz, Pro­fes­sor für “pub­lic nar­ra­tive” an der Harvard’s Kennedy School of Gov­ern­ment.

Um Men­schen zu inspiri­eren und an das Unternehmen zu binden, hat er ein Raster entwick­elt: Er baut Sto­ry­telling für Unternehmen auf drei Säulen auf: 1. Sto­ry of me, 2. Sto­ry of us, 3. Sto­ry of now. Dieses Raster habe ich etwas angepasst. Ich erar­beite mit meinen Kun­den fol­gende Ebe­nen:

Sto­ry of me (Geschichte der Grün­der: Warum haben wir gegrün­det? Was ist die Moti­va­tion dahin­ter, was die Grün­dung­sum­stände, das per­sön­liche “Why”)

Sto­ry of us (wer sind wir heute? wie arbeit­en wir zusam­men? Was sind unsere Werte, was unsere Pro­duk­te, wom­it machen wir uns einzi­gar­tig?…)

Sto­ry of future (wo wollen wir hin?, Was sind unsere Visio­nen).

So funk­tion­iert für mich nach­haltig erfol­gre­ich­es Sto­ry­telling. Daran schließt sich die Frage 2 an:

 Inspiration, Wir-Gefühl und Orientierung

Die richtige Sto­ry am richti­gen Ort. Hat man seine Nar­ra­tive gefun­den, ist das schon ein riesiger Schritt für die interne Entwick­lung von Unternehmen. Sie hil­ft, die Mannschaft zu inspiri­eren, das Wir-Gefühl zu stärken und gibt Ori­en­tierung. Dann geht es aber ja auch noch darum, diese Geschicht­en nach außen hin zu erzählen. Was für den Erfolg eines Unternehmens nicht min­der rel­e­vant ist. Da kommst dann du ins Spiel.

Marc: Ja, du pro­duzierst die kom­mu­nika­tive Muni­tion und ich berate bei der Auswahl kom­mu­nika­tiv­er Waf­fen. Wenn man das mal bru­tal skizzieren darf. Eine Frage die aufkommt: Wo über­all siehst du Sto­ry­telling verortet? In der PR? Im Mar­ket­ing? Ist Sto­ry­telling im Con­tent Mar­ket­ing zuhause oder viel mehr eine wirk­same Form von Image- und Unternehmen­skom­mu­nika­tion?

Katrin: Für mich ist Sto­ry­telling eine Bewe­gung von innen nach außen, die let­zten Endes alle von dir skizzierten Bere­iche bet­rifft. Ich sehe Sto­ry­telling vor allem in der Organ­i­sa­tion­sen­twick­lung verortet, von dort aus im Mar­ket­ing und in der PR

Man muss seine Geschichte immer wiederholen

Marc: Wenn man sein “Warum” auf den von dir beschrieben Ebe­nen erar­beit­et hat, bleibt für mich die banale Frage: Wie oft habe ich zu kom­mu­nizieren was ich mache bzw. warum? Eine Frage die Star­tups in meinen Beratun­gen wieder­holt stellen. Ich ver­mute es reicht nicht es ein­mal zu sagen 😉 Wie siehst du das?

Katrin: Da hast du recht! Nein, sich­er muss man seine Geschichte immer wieder­holen. Allerd­ings passiert das dann qua­si automa­tisch. Hat man ein­mal seine Sto­ry gefun­den, dann bes­timmt das mein­er Erfahrung nach die gesamte Kom­mu­nika­tion. Qua­si automa­tisch benutzt man die “richti­gen” Bilder, also die Bilder, die zu dieser Sto­ry passen.

Marc: Vie­len Dank Katrin! Vielle­icht habe nicht nur ich grade was gel­ernt. Ich hoffe wir sprechen uns weit­er­hin. Und vielle­icht arbeit­en wir mal zusam­men. Erlaub mir eine let­zte Frage: Wenn du dich kurz in der drit­ten Per­son beschreib­st, was soll­ten wir wis­sen über dich?

Katrin: Puh, die schw­er­ste Frage. Katrin ist Sto­ry­tel­lerin aus Lei­den­schaft. Tief­gründig, Immer auf der Suche nach dem Sinn hin­ter den Din­gen, dem, was Men­schen antreibt und verbindet. Sie lebt glück­lich mit ihren 3 Kindern in München und an der Ost­see.
Danke Marc, hat mir Spaß gemacht. Meld dich, wenn du noch etwas brauchst und vor allem, wenn du in München bist!

Marc: “(…) und an der Ost­see” — nochmal WOW! Das waren 60 Minuten. Danke für den schö­nen Start in den Tag. Ich wün­sche dir das­selbe in München! Auf bald!

Katrins Web­site: frische-biografien.de

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Alle meine “Slack”-Inter­views

Marc Alexan­der Holtz ist Spar­ringspart­ner für Star­tUps und KMUs in den Bere­ichen Busi­ness Devel­op­ment, Ver­trieb, strate­gis­che Kom­mu­nika­tion und Con­tent Mar­ket­ing. Er doziert, gibt Work­shops und Inhouse-Schu­lun­gen für Grün­derteams, Co-Work­ing-Spaces und KMUs. Bei der dpa-Tochter news aktuell machte er Ver­trieb, entwick­elt im Dig­i­tal­bere­ich Geschäfts­felder und arbeit­et derzeit im Pro­duk­t­man­age­ment.

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Europe (What a speech!)

Europe is cur­rent­ly bound to the North by pop­ulism and to the south by refugees drowned by the sea, to the East by Putin’s tanks, to the West by the Trump Wall.

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In the past, by war, in the future with Brex­it. Today, Europe is alone more than ever, but it’s cit­i­zens do not know it.

Europe is, how­ev­er, for that rea­son, the best solu­tion and we do not know how to explain that our cit­i­zens.

Glob­al­i­sa­tion teach­es us that today Europe is inevitable, there is no alter­na­tive. But Brex­it also tells us that Europe is reversible, that you can walk back­wards in his­to­ry, even though, out­side Europe, it is very cold.

Brex­it is the most self­ish deci­sion ever made since Win­ston Churchill saved Europe with the blood, sweat and tears of the Eng­lish.

Say­ing Brex­it is the most insid­i­ous way of say­ing good­bye.

Europe is not a mar­ket, it is the will to live togeth­er. Leav­ing Europe is not leav­ing a mar­ket, it is leav­ing shared dreams.

We can have a com­mon mar­ket, but if we do not have com­mon dreams, we have noth­ing. Europe is the peace that came after the dis­as­ter of war.

Europe is the par­don between French and Ger­mans.

Europe is the return to free­dom of Greece, Spain and Por­tu­gal.

Europe is the fall of the Berlin Wall.

Europe is the end of com­mu­nism.

Europe is the wel­fare state, it is democ­ra­cy.

Europe is fun­da­men­tal rights.

Can we live with­out all this? Can we give this all up? For a mar­ket we are going to leave all that behind?

Este­ban González Pons, Euro­pean Par­lia­ment Mem­ber from Spain

 

Snapchat-Tutorial für Angeber

Was ist Snapchat? Das Gegen­teil von Inter­net – das Inter­net weiß alles, Snapchat ver­gisst alles. Texte, Fotos oder Videos, ein­mal versendet, löschen sich auf Empfänger­seite nach dem Öff­nen inner­halb von Sekun­den von selb­st. Was bleibt ist die Erin­nerung. Was wie Alzheimer klingt, nen­nt sich Snapchat und lässt die alt ausse­hen, die erst hinzukom­men wenn alle schon da sind. In den USA ist die App bere­its erfol­gre­ich­er als Face­book.

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Snapchat – Siegeszug ohne Hemmschwellen

Der Mark­twert liegt derzeit bei 20 Mil­liar­den. Man kann sich vorstellen, wie nervös Wer­be­treibende nach Ideen suchen, sich im (noch) Teenag­er-Net­zw­erk einzuhack­en.

Das Snapchat nur für Jugendliche sei, ist eine Behaup­tung von zu Lebzeit­en bere­its Ver­stor­ben­er. Wir haben es oft genug beobachtet: Junge Men­schen adap­tieren Inno­va­tio­nen früher als Erwach­sene. So war es bei Face­book, bei What­sApp oder bei Insta­gram, so wird es bei live.ly sein – Snapchat kommt erst Dank Teenagern erst bei denen an, die Ihre Jugend bere­its hin­ter sich haben.


Schände dein Image, sofern eines vorhan­den ist!

Der ver­stor­bene Mod­er­a­tor Roger Wil­lensen soll ein­mal gesagt haben: Wenn man schon ein Image hat, dann muss man es schän­den.

Die Bere­itschaft ein Image zu wahren, zu gestal­ten oder zu riskieren, lässt sich bei Snap­pern in drei Grup­pen unterteilen:

1. Kon­sumenten die nur emp­fan­gen und beobacht­en (= kein Imagerisiko oder Wahrung des beste­hen­den Images).

2. Kom­men­ta­toren die auf Snaps nur reagieren (= geringes Imagerisiko oder Bestä­ti­gung des vorhan­de­nen Images)

3. Die Pro­duzen­ten (= kein Image, unberechen­bares Image, facetten­re­ich­es, kreatives oder idi­o­tis­ches Image)

Wer nur guckt aber nichts Eigenes auf den Weg bringt, ist hier schnell iden­ti­fiziert.

Snapchat – … babyleicht sagen die Anderen


Snapchat ist eine App für Ent­deck­er und das Ent­deck­en belohnt mit guten Über­raschun­gen: Vier Menü-Optio­nen lassen sich mit einem Wisch nach oben, unten, links oder rechts find­en.

Snapchat – Chats, Fotos und Videos


Fan­gen wir an: Snapchat ist kosten­los und für alle neuen Smart­phones und Tablets ver­füg­bar. Ältere Geräte sind über­fordert. Schon das iPhone 5 kann einem den Spaß verder­ben.

Snapchat bietet Chat‑, Foto- und Vide­o­funk­tio­nen. Mit Snapchat lassen sich (Video-) Anrufe täti­gen, Sprach­nachricht­en versenden, Stick­er und Fotos eben­so. Anders ist hier, dass Snaps sich nach Ansicht durch Empfänger automa­tisch löschen.

Der Chat ist pri­vat und nicht von anderen ein­se­hbar. Der Absender bes­timmt, wie viele Sekun­den sein Foto dem Empfänger zu Ver­fü­gung ste­ht, bevor es wieder gelöscht wird. Min­i­mal eine, max­i­mal zehn Sekun­den. Die Ein­stel­lung find­et sich nach dem Fotografieren links unten im Dis­play. Ein­mal drück­en, Sekun­den­zahl auswählen, absenden. Empfänger sehen die Zeituhr nach Öff­nen der Nachricht im Bild­schirm: 3, 2, 1 … gelöscht.

Es lassen sich – für Fotos wie für Videos – mehrere Empfänger gle­ichzeit­ig adressieren. Das gibt sogle­ich Punk­te auf den eige­nen Snap­score (später mehr dazu) – er gibt Auskun­ft über den Aktiv­itäts­grad eines Users. Empfänger kön­nen eine Nachricht nach Ansicht ein­ma­lig neu laden und ein zweites Mal anschauen. Geschieht das, bekommt man als Absender eine Nachricht. Es sei denn … Flug­modus.

Das auf einen Screen­shot ein Hin­weis an den Absender geht, dient der Abschreck­ung – hält im Zweifels­fall aber nie­man­den davon ab.

Snapchat – Eine Frage der Einstellung

Bevor man begin­nt, ist der Blick in die Pro­file­in­stel­lun­gen die beste Ver­sicherung gegen zukün­ftige Schreck­mo­mente. App starten, das Gespenst am oberen Rand drück­en oder herun­ter­wis­chen, danach oben rechts Stellschraube für Ein­stel­lun­gen auswählen. Hier wird aus­gewählt, wer einen kon­tak­tieren (Jed­er, meine Fre­unde) und wer später meine Sto­ry anse­hen darf (Jed­er, meine Fre­unde, benutzerdefiniert). Der Rest der Ein­stel­lun­gen ist nicht der Rede wert.

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Snapscore – Wer ist wie aktiv auf Snapchat?

Wer zunächst wis­sen will, wie aktiv einzelne Snap-Fre­unde sind, wirft einen Blick auf den Punk­te­s­tand eines Users, den Snap­score. Der Snap­score gibt Auskun­ft über den Aktiv­itäts­grad der jew­eili­gen Per­son. Wer sich noch im zweis­tel­li­gen Bere­ich befind­et, dürfte den Anfänger­sta­tus nicht über­schrit­ten haben. Um den Snap­score aufzufind­en, drückt man wieder das weiße Gespenst – nur im Kam­er­amodus auf dem Dis­play sicht­bar. Danach erscheint das gelbe Pro­fil-Logo (Snap­code), Snap­name und der Snap­score. Die Punk­tzahl set­zt sich aus ver­schick­ten und erhal­te­nen Snaps zusam­men und soll Auskun­ft über den Aktiv­itäts­grad des Snap­pers geben.

Snapchat – Discover, Live, neueste Updates, Storys

Sämtliche Snaps aller Fre­unde, ihre Sto­rys und weit mehr lassen sich im Kam­er­amodus (dem Haupt­menü) mit einem Wisch nach links öff­nen.

Unter Dis­cov­ery  find­en wir die Chan­nel von Unternehmen wie Buz­zfeed, Vice und Co. Ein­fach Logo antip­pen und die Snaps begin­nen. Kann ganz lustig sein – frus­tri­erend ist nur, dass Unternehmen andere Möglichkeit­en erhal­ten als wir selb­st und die Snaps darum hoch­poliert daherkom­men. Dafür zahlen Sie allerd­ings.

Direkt darunter neueste Updates unser­er Snapchat-Fre­unde und eine Etage darunter wiederum alle Sto­rys der­sel­ben, sprich ihre aneinan­derg­erei­ht­en gesam­melten Snaps. Zumin­d­est all jene, die nicht älter als 24 Stun­den sind. Uraufgetippt geht es los. Was einen lang­weilt kann man vor­spulen, in dem man ein­mal auf das laufende Bild oder Video tippt, springt man einen Snape weit­er. Oben im Bild­schirm erscheint der jew­eils Name des Users, dessen Snaps oder Sto­ry man grade betra­chtet. Will man die laufend­en Sto­rys in Gänze abbrechen, weil zu lang­weilig oder warum auch immer, ein­fach nach unten wis­chen und man kommt zurück in das zulet­zt gewählte Menü.

Snapchat – “Meine Story”


Wer möchte, kann seine Foto- oder Videoschnipsel (Snaps) in die so genan­nte “Meine Sto­ry” ein­fü­gen. Alle Inhalte, die über den Tag verteilt in der Sto­ry veröffentlicht wer­den, rei­hen sich zu einem lan­gen Film­streifen aneinan­der. Nach jedem erstell­ten Foto oder Snapvideo fragt Snapchat, an wenn das Mate­r­i­al gesendet wer­den oder ob es gle­ichzeit­ig auch für 24 Stun­den in die Sto­ry einge­fügt wer­den soll. Man kann alles Eigene auch spe­ich­ern aber dazu später mehr.

Meine Sto­ry” ist für alle oder, wenn so eingestellt, nur für Fre­unde sicht­bar. “Meine Sto­ry” ist im Gegen­satz zu pri­vat­en Kon­ver­sa­tion die öffentlich ein­se­hbare. Im Gegen­satz zu einem an aus­gewählte “Fre­unde” versende­ten Beitrag kann “Meine Sto­ry” einen Tag lang ange­se­hen wer­den, so oft jemand möchte. Man kann unbe­gren­zt viele Snaps aneinan­der­rei­hen und so die Geschichte erzählen. Ein Snap, ein­mal in der Sto­ry veröf­fentlicht, löscht sich nach exakt 24 Stun­den automa­tisch.

Wer seine Sto­ry oder die einzel­nen darin befind­lichen Snaps vorher löschen möchte, kann das manuell tun. Die Lösch­funk­tion ist für Anfänger kaum auffind­bar. Dabei ist der Weg kurz: App öff­nen, ein­mal nach links gewis­cht, sofern dann eine Sto­ry bere­its vorhan­den ist, tippt man rechts auf das Menü, Snap auswählen, ein Wisch nach oben und der Mülleimer erscheint als Option oben rechts. Gele­sen klingt das sper­rig, mit der App vor Augen ist das schnell gel­ernt.

Was versendet man auf Snapchat?

Was richtig oder falsch ist, hängt beim Kom­mu­nizieren auch hier vom Empfänger ab: Ich snappe mit der Fam­i­lie anders als mit Arbeit­skol­le­gen, mit Fre­un­den anders als mit Bekan­nten. Kurz: Man ist was man sendet oder was man sein will.

Wie finde ich heraus wer bei Snapchat ist?

Es ist leicht her­auszufind­en wer von den eige­nen Fre­un­den oder Bekan­nten schon bei Snapchat istNach dem Öff­nen der App auf das Snapchat-Icon – ein weißes Gespenst –  am oberen Bil­drand klick­en oder alter­na­tiv ein­fach das Gespenst mit dem Fin­ger nach unten ziehen.


Das erscheinende Menü ist selb­stre­dend. Wer Snapchat an dieser Stelle den Zugriff auf die per­sön­lichen Kon­tak­te im Tele­fon gewährt, find­et prob­lem­los alle Snap­per aus dem eige­nen Tele­fon­buch. Zusät­zlich kann man nach User­na­men suchen oder Per­so­n­en aus dem Tele­fon­reg­is­ter per SMS zu Snapchat ein­laden. Mich find­et man hier.

Wo finde ich Snapchat­fil­ter und ‑masken?


Es gibt täglich neue Sets an Gesichts­fil­tern oder leichter voll­stell­bar: Masken. Egal ob für Fotografien oder Videoauf­nah­men. Und wer möchte kann sog­ar jedes iden­ti­fizier­bare Gesicht aus sein­er eige­nen Foto­me­diathek auf­set­zen. Wem die Gesichter sein­er Fre­unde und Bekan­nten nicht aus­re­ichen, macht Screen­shots sein­er Lieblings-Celebri­ties. Dank Snapchat kann jed­er sich mit dem Gesicht von Katy Per­ry ablicht­en oder im Video als Justin Bieber erscheinen. Wem das zu gruselig ist, beschränkt sich auf die von Snapchat vorgegebe­nen Masken.

Wer es mit Self­ies nicht so hat­te, wird jet­zt infiziert: Kam­era auf Self­ie-Modus stellen und mit dem Fin­ger das Gesicht berühren. Jet­zt erscheinen am unteren Bil­drand ein Dutzend Masken (Snapchat­fil­ter). Am besten pro­biert man alle mal aus. Schweine­nase, Hund­fresse, Trans­vestit oder Eierkopf. Täglich tauscht Snapchat die Masken aus – einige ver­schwinden, andere erscheinen neu.

Snapchat face swap feature

Face Swap (Gesicht­stausch) war nicht das erste Fea­ture auf Snapchat aber es hat zur Ver­bre­itung der Mes­sag­ing-App sich­er beige­tra­gen. Gesichter­tausch – geht per Foto und Video. Dafür sind die Gesichter zweier Per­so­n­en oder, wenn ein zweites Gesicht nicht in Reich­weite ist, reicht sog­ar ein Stoffti­er, Por­trait­fo­to und selb­st eine Malerei funk­tion­iert. Gesichter müssen für Snapchat lediglich als Gesicht iden­ti­fizier­bar sein – zwei Augen, eine Nase, ein Mund. Dann die Kam­era auf zwei Gesichter hal­ten, ein Gesicht mit dem Fin­ger andrück­en, den Face Swap-Fil­ter (gelb mit zwei Smi­lies) aus dem Optio­nen-Menü auswählen und der Gesicht­stausch startet. Such fun!

Eigene Bilder mit face swap nutzen



Die face swap-Funk­tion mit Bildern des eige­nen Fotoal­bums, ist eine spätere Ergänzung des oben genan­nten Fea­tures. Es ist meines Eracht­ens das beste Fea­ture über­haupt. Snapchat ermöglicht damit Zugriff auf alle Bilder der eige­nen Foto­me­diathek. Zumin­d­est alle auf denen die App Gesichter iden­ti­fiziert. Das bedeutet, dieses Fea­ture schenkt mir die Möglichkeit, mein Gesicht gegen die Gesichter mein­er Fre­unde oder Bekan­nten zu tauschen. Ich kann, mit wessen Gesicht auch immer, Bilder oder Videos pro­duzieren.

Tipp: Wem die bish­eri­gen Gesichter in der eige­nen Mediathek nicht aus­re­ichen oder zu lang­weilig erscheinen, sucht sich weit­ere Gesichter aus dem Inter­net. Vielle­icht woll­ten Sie ohne­hin grade her­aus­find­en, wie Sie als blutver­schmiert­er Jesus ausse­hen oder Hel­mut Kohl mit der Musik von Luciano Pavarot­ti pro­bieren. Grade kein Hel­mut-Por­traits zur Hand? Eine her­aus­ra­gende Recherchen­quelle für Por­traits ist Pin­ter­est. Ein­fach die Web­site oder, sofern auf dem eige­nen Smart­phone schon vorhan­den, die App aufrufen und nach “Porträt suchen. Die Recherche lässt sich end­los ver­fein­ern. Beispiel­sweise mit einem zweit­en Stich­wort wie “Comic“oder etwas Banalem wie“funny”. Es erwarten einen ungeah­nte Bildquellen. Ist erst etwas Hüb­sches gefun­den, macht man davon einen Screen­shot. Dadurch wan­dert das Bild in die eigene Foto-Mediathek. Erken­nt Snapchat den Screen­shot als Gesicht an, erscheint es beim Öff­nen der App in der Auswahl aller Gesichter im face swap-Fea­ture. Mit jedem von der App erkan­ntem Gesicht lassen sich auch Videos drehen. Die Freak­show ist eröffnet – such fun!

Emojis – mobile Smilies und Farbfilter

Smi­lies nen­nt man im Fach­jar­gon unter Jugendlichen Emo­jis. Auf Snapchat im Kam­er­amodus im oberen Bil­drand unter dem Icon auffind­bar, dass aussieht wie ein Abziehbild. Ein Füll­horn an Emo­jis erscheint. Auswählbar durch Tip­pen. Zwei Dinge die man als Anfänger nicht auf dem Radar hat:

Emo­jis lassen sich in einem Video unter­brin­gen und selb­st an sich bewe­gen­den Objek­ten fix­ieren. Angenom­men man möchte einem Gesicht einen Emo­ji aufk­leben – bestünde die Schwierigkeit, dass Gesichter sich in Videos bewe­gen. Der Emo­ji kann tat­säch­lich auf dem sich hin- oder her­be­we­gen­den Gesicht fix­iert wer­den, so dass er sich mit­be­wegt. Wie? Man erstellt ein Video, dann sucht man das Emo­ji aus, platziert es am gewün­scht­en Objekt im Video und hält es einen Moment gedrückt. Das Emo­ji fix­iert sich an seinem Objekt, loslassen und fer­tig. Mit diesem Fea­ture kann man seinen Fre­un­den leicht sig­nal­isieren, den Anfänger­sta­tus über­wun­den zu haben.

Farbfilter für Snaps


Wer mehr Farbe in seine Fotos oder Videos brin­gen möchte, kann das ein­fach mit Emo­jis erledi­gen: Foto oder Video erstellen, wieder Emo­ji auswählen, dabei auf die gewün­schte Farbe acht­en. Wer einen roten Farb­fil­ter für sein Schwar­weiß­bild oder ‑video wün­scht, wählt irgen­deinen roten Emo­ji aus.  Dann den Emo­ji mit zwei Fin­gern immer weit­er aufziehen, sprich ver­größern und dabei den Rand im Auge behal­ten. Desto größer man das Emo­ji zieht, umso pix­eliger wird es, heißt man sieht seine einzel­nen Bild­punk­te aus denen es sich zusam­menset­zt. Diese Teile nen­nt man Pix­el (der kle­in­ste einzelne Bestandteil eines Emo­jis sozusagen). Ein­mal richtig groß gezo­gen, kön­nen sie als her­vor­ra­gende Farb­fil­ter einge­set­zt wer­den. So lassen sich Farb­fil­ter oder ‑rah­men für Bilder erstellen.

Snaps bemalen

Auf jedem Snap lässt es sich malen. Sobald ein Snap erstellt ist, erscheint im oberen recht­en Eck ein Stift-Sym­bol. Gedrückt erscheint die Farb­palette, mith­il­fe der­er die Farbe aus­gewählt wird. Wem das nicht reicht, tippt mit seinem Fin­ger auf die Palette, hält ihn gedrückt und wis­cht jet­zt über den Bild­schirm (Fin­ger auf Dis­play lassen!).  Mit dem Wis­chen über den Bild­schirm ändert sich die aus­gewählte Farbe. Dieselbe wird im Bunts­tift stets angezeigt. So lässt sich auch Schwarz oder Weiß als Zeichen­farbe auswählen und eine kleine Menge an Pastelltö­nen.

Snapsave: Wie speichere ich Snaps?

Wer die eige­nen Fotos und Videos spe­ich­ern möchte, kann das tun. Manch­mal sind die Videos ein­fach zu gut um sie gle­ich wieder zu löschen. Sobald ein Foto oder Video erstellt ist, bietet die App die Option, das Mate­r­i­al auf dem eige­nen Gerät abzus­pe­ich­ern. Wer das möchte, muss das erledi­gen bevor er die Dateien versendet oder in “Meine Sto­ry” hin­ter­legt. Son­st sind sie gelöscht bevor sie gespe­ichert sind. Zum Spe­ich­ern drückt man  im unteren Menü auf den Pfeil der neben der Uhr (Kreis mit ein­er Zahl) erscheint. Ein­mal gedrückt und das Bild oder Video ist gespe­ichert. Das Mate­r­i­al ist am sel­ben Ort hin­ter­legt, an das Smart­phone (oder Tablet) auch son­st Bilder und Videos spe­ichert. Von dort lassen sich die Snaps über alle anderen Kanäle ver­bre­it­en – Face­book, Insta­gram, What­sapp, Youtube etc. Nie­mand der nicht auf Snapchat ist, muss noch länger auf Ihre Meis­ter­w­erke verzicht­en.

Unternehmen auf Snapchat

Auf­grund der ras­ant steigen­den Userzahlen bei Snapchat hecheln Wer­be­treibende (und mith­il­fe der­sel­ben viele Unternehmen) ihren Ziel­grup­pen hin­ter­her. Auf Snapchat präsen­tieren sich Unternehmen jung und frisch – sie ver­suchen es. Nie­mand wird um die Kun­st der Glaub­würdigkeit herumkom­men.

Buz­zFeed, CNN, MTV, Mash­able, Cos­mopoli­tan, Vice oder der Nation­al Geo­graph­ic waren die frühen Vögel. In Deutsch­land geht das Vögeln etwas langsamer von­stat­ten. Vor­re­it­er sind wie vor­mals bei Insta­gram schon Vertreter der Fashion‑, Beau­ty- oder Enter­tain­ment-Branche: ProSieben, Neck­er­mann oder Bild.

Die Beau­ty- und Sport-Branche prof­i­tiert ver­mut­lich von ihrem Erfahrungsvor­sprung auf Insta­gram. Wer nicht stetig nur Mitläufer sein möchte, sollte rechtzeit­ig eigene Erfahrungswerte ein­sam­meln. Das zahlt zukün­ftig auf die Glaub­würdigkeit ein.

Im Hin­blick auf Snapchat sind die let­zten Plätze für Ear­ly Adopters noch nicht vergeben: Die Unternehmens­dichte ist hierzu­lande noch als harm­los einzustufen. Den­noch: Com­pa­nies investieren zunehmend Zeit in die Erstel­lung von Snapchat Sto­ries. In 2015 posteten grade 15,9% der amerikanis­chen Unternehmen täglich auf Snapchat. Im Ver­gle­ich dazu waren im sel­ben Zeitraum 74,6% täglich auf Twit­ter aktiv. Allerd­ings, diejeni­gen Com­pa­nies die Snapchat für ihre Ziel­grup­penansprache nutzen, sind hier aktiv­er als auf jed­er anderen sozialen Plat­tform – durch­schnit­tlich neun Beiträge täglich.

Grund­sät­zlich ist in den sozialen Medi­en der­jenige beziehungsweise das Unternehmen erfol­gre­ich, das auch in anderen Net­zw­erken rel­e­vante The­men pub­liziert und dadurch über eine treue Fol­low­er­schaft ver­fügt. Wer auf Insta­gram oder Face­book keine Fol­low­er an sich binden kann, wird es bei Snapchat nicht leichter haben. Hinzu kommt, dass Kon­sumenten bin ich der plat­ten Pro­duk­tin­sze­nierun­gen und der unglaub­würdi­gen Attitü­den müde gewor­den sind – gäh­nend lang­weilige Wer­bung oder sel­ten däm­liche Image-Kam­pag­nen wis­cht man heute wie Staubflusen vom Bild­schirm.

Ist die Kam­er­ae­in­stel­lung geöffnet, reicht ein Wisch nach links um span­nende Com­pa­nies unter “Dis­cov­er” zu ent­deck­en. Einen zweit­en Wisch nach links und es gibt noch mehr Auswahl. Wer Unternehmen nach Namen suchen und adden bzw. ihnen fol­gen möchte, kann das auch tun: Zurück zur Kam­era, das Gespenst im oberen Menü drück­en oder alter­na­tiv nach unten wis­chen. Dann die Option “Fre­unde adden” auswählen und entsprechende Namen in die Suche eingeben.

Snapchat für iOS und Android

Ide­al­er­weise ist die Voraus­set­zung ein nicht zu altes Smart­phone mit den Betrieb­ssys­te­men Android oder iOS (keine Sorge: man hat entwed­er das eine oder das andere). Die App lädt man sich im App­store oder an entsprechen­der Stelle für Android-User herunter.

Marc Alexan­der Holtz ist unter dem User­na­men mar­calexan­der­ho auf Snapchat zu find­en.

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Marc Alexan­der Holtz ist Spar­ringspart­ner für Star­tUps und KMUs in den Bere­iche Busi­ness Devel­op­ment, Ver­trieb, strate­gis­che Kom­mu­nika­tion und Con­tent Mar­ket­ing. Er doziert, gibt Work­shops und Inhouse-Schu­lun­gen für Grün­derteams, Co-Work­ing-Spaces und KMUs. Bei der dpa-Tochter news aktuell machte er Ver­trieb, entwick­elt im Dig­i­tal­bere­ich Geschäfts­felder und arbeit­et derzeit im Pro­duk­t­man­age­ment.

Stalk me on all the socials: Insta­gramm, LinkedIn, medi­um, RefindTwit­ter, Xing, YouTube

Augsburg – for Leisure and Pleasure

(Augs­burg) Die Lechk­loake, wie Thomas Bern­hard sie nan­nte, ist meine Heimat. Mein erster Ein­druck: Kleingeistreg­uliert und kon­ser­v­a­tiv — die Stadt, die Men­schen und ihre Schwäbis­che Lan­deszeitung. Augs­burg ist Renais­sance ohne Spätis zum Einkaufen nach Feier­abend. Eine CSU-regierte Kom­mune ohne U‑Bahn. Baustellen nie ohne Archäolo­gen. 70 Chöre aber im Sta­dion nur Gesang zum Fußball. Osram, MAN, Rudolf Diesel ken­nt man und den Gold­e­nen Saal, der es in die Top-100 der beliebtesten Reiseziele in Deutsch­land gebracht hat. 

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Die Fug­ger­stadt die gar nichts hat, dachte ich. Dabei gibt es sog­ar Pirat­en hier, – mit weniger unheim­lichen Wer­be­plakat­en – in der Stadt an der Roman­tis­chen Straße. Die Lechk­loake, die Brecht‑, Mozart‑, Friedens‑, Renais­sance- und Freie Reichsstadt. Neb­st Tri­er und Kempten älteste Stadt Deutsch­lands. Deutsch­landweit mit den meis­ten Feierta­gen dank Hohem Friedens­fest. Mit Gratis-WLAN in den Bussen. Nach München und Nürn­berg, drittgrößte Stadt Bay­erns. Mar­tin Luther, Wolf­gang Mozart und der Berthold haben hier gelebt. Mar­tin und Wolf­gang sind aus ver­schieden Grün­den geflüchtet. Ursprünglich römis­che Prov­inzhaupt­stadt – Augus­ta irgend­was. Gegrün­det 15 v. Chr. Um die 2.000 Jahre soll diese Sied­lung sein. Kein Wun­der das über­all Baustellen sind. Wird was auf- oder abgeris­sen, rück­en die Archäolo­gen mit ihren weißen Zel­ten an. Erst danach die Bauar­beit­er. Und jet­zt komme ich aus Ham­burg und schreibe für die erste Augs­burg­er Blog­pa­rade. Weltkun­st zum Null­tarif. Aber: Wehe denen, die nicht geforscht haben und doch reden. [B. Brecht]

Das ist nicht Bayern, nicht Franken und auch nicht Californien. Das ist Puppenkiste und FC Augsburg.

Augs­burg liegt in Schwaben. Wo das ist, wis­sen in Ham­burg wenige. Das ist nicht Bay­ern, nicht Franken und auch nicht Cal­i­fornien. Das ist Pup­penkiste und FC Augs­burg. Ich kam wegen eines Jobs nach Bay­ern. Zunächst nach München. Dann aber der Liebe und der Münch­en­er Miet­preise wegen nach Augs­burg. Angela Merkel kam wegen Kuka. Thi­mothy Don­ald Cook, bekan­nter als Apple-Konz­ern-Chef Tim Cook, kam, weil der Auf­trag zu den Fas­saden­scheiben für seine neue Fir­men­zen­trale in Cuper­ti­no Cal­i­fornien in Ger­sthofen Schwaben bei der Fir­ma Seele lan­dete. Die Presse schrieb der Ein­fach­heit hal­ber “in Augs­burg”.

Keine Spur von Grantlern, den angeblich bärbeißigen Pessimisten oder Skeptikern.

Mein Face­book-Account behauptet ich hätte 50 “Fre­unde” in Augs­burg. 50 Augs­burg­er mit denen ich ange­blich sym­pa­thisiere. Seit meinem Zuzug in die Fug­ger­stadt durfte ich unglaubliche Gast­fre­und­schaft an vie­len Esstis­chen genießen, keine Spur von Grantlern, den ange­blich bär­beißi­gen Pes­simis­ten oder Skep­tik­ern. Das müssen Grantler, Pes­simis­ten und Skep­tik­er erfun­den haben. Die Augs­burg­er die ich kenne schmeißen beim Lachen ihren Kopf in den Nack­en und klatschen dabei in die Hände. Ihr Humor ist viral. Ihre Offen­heit gegenüber Aus­län­dern wie mir und denen die stetig hinzukom­men ist erwäh­nenswert. Ich habe Yoga mit ihnen gemacht, Wein und Whisky mit ihnen getrunk­en, getanzt, gegrillt, gejog­gt, über Heimat, CSU, Grüne, Braune oder Net­flix-Serien gestrit­ten – Mei­n­un­gen, gab es, Posi­tio­nen aber Grantler?

Mit Bedacht und Vorsicht bewegt sich diese Stadt wie eine Schnecke durch die Gegenwart

Wenn man die Augen (und Ohren) öffnet, seine Kom­fort­zone ver­lässt, wird Augs­burg nicht größer aber schnell Rokoko, mon­u­men­tal, eine Ver­feinerung unseres höfis­chen, oft anspruchsvollen Lebens. Die Stadt kom­mu­niziert, zugegeben, oft wie ein Zweitausend­jähriger – kein gesteigertes Repräsen­ta­tions­bedürf­nis, hier bleibt für Zuge­zo­gene und Orts­fremde vieles auch auf den zweit­en Blick ein Geheimtipp. Und wohl nicht nur für die. Die Stadt pulsiert, sie lebt und sie verän­dert sich. Man kann das wahrnehmen. Nicht nur an den Baustellen — ständig wird die Stadt kor­rigiert, um der Bürg­er Liebe nicht zu ver­lieren. Wenn auch nicht so schnell wie in Leipzig oder in München. Eher mit Bedacht und Vor­sicht, sich die alten Knochen nicht zu brechen, bewegt sich diese Stadt wie eine Sch­necke durch die Gegen­wart. Oder wie Hel­mut Schmidt Poli­tik machte: In kleinen Schrit­ten. Gar nicht so dumm. Sehr erfahren, die 2.000 Jahre alte Stadt. Macht einen wahnsin­nig manch­mal, wenn man sieht was los ist an Kreativ­ität die aus den Men­schen quillt, an Ideen für ein zukün­ftiges Augs­burg — hei­denei! Nur gibt es keinen Chief Lis­ten­er im Stad­trat. Brecht ist schon tot und eine organ­isierte Bürg­erini­tia­tive next Augs­burg existiert noch nicht. Und Ober­bürg­er­meis­ter Gri­bl man­gelt es an Mehrheit­en um Schlagkraft zu entwick­eln. Aber dafür ist Augs­burg bekan­nt: Für seine Vielzahl an Min­der­heit­en.

Konditoreien sind los, in der Architektur ist was los, Graffiti ist wenig los

Kon­di­tor­eien sind los, in der Architek­tur ist was los, Graf­fi­ti ist wenig los (und wenn, dann vor­ab genehmigt), dafür lose homo­phobe Zeitungs­beila­gen, Kirchenchöre, bald ein Inno­va­tion­spark, eine paradiesis­che Gas­tronomie und auf­fäl­lig viel soziales Engage­ment ist los. Und kul­turell ist Augs­burg ein dick­es Los: Film­tage, Musikpick­nick, Mozart­fest, Auto­mat­ic Open, Brecht­fes­ti­val, Fes­ti­val der Straßenkun­st, eines für impro­visierte Musik, für Schaus­piel, die Kultürtage, dem Medi­enkun­st-Fes­ti­val Lab30, Wohnz­im­merkonz­erte, der Inter­na­tionale Jaz­z­som­mer, Bal­lettgala, 17 Jahre Poet­ry Slam, Lit­er­atur­sa­lon, Pup­penkiste, Kabarett, Jaz­zclub, die Kun­st­nacht, das Friedens­fest, das STAC-Fes­ti­val, der Tag des Denkmals … die andere Hälfte vergesse ich immer. Vielle­icht hat das Gründe. Vielle­icht geht die andere Hälfte für mich auch gar nicht. Wer Alphorn­grup­pen, Posaunenchöre oder Drehorgelorch­ester bevorzugt, dem empfehle ich min­destens den Christkindl­markt, dazu Rahm­fleck­en, Schupfnudeln und ein paar Schnäp­perken.

Festival für Schauspiel in Augsburg

Das Stadt­mar­ket­ing fokussiert sich auf die üblichen Verdächti­gen: Wasser­spiele, Pracht­brun­nen, UNESCO-Wel­terbe, Renais­sances­tadt sowie Fug­ger und Welser. Hat immer funk­tion­iert. Und man fährt Kam­pag­nen mit Titeln wie Gassen­hauer: „Und jet­zt kommst du“.  Eine Kam­pagne, mit der die Stadt mehr Besuch­er anlock­en will. Es gäbe bere­its pos­i­tive Sig­nale für einen Erfolg. Weit­ere Kam­pag­nen: “Kauf vor Ort weil deine Stadt alles hat” oder “Lass den Klick in dein­er Stadt”. Let­zteres heißt über­set­zt: Kauft bei Büch­er Pustet, nicht bei Ama­zon. Schuhe bei Beit­el­rock, nicht bei Zalan­do. Wenn ich mir jedoch die Web­seit­en divers­er Augs­burg­er Einzel­händler anschaue, kom­men mir Zweifel auf, ob man diesel­ben vor der Aktion berat­en hat – wie man virtuell einen Klick erzielt, statt ihn zu ver­lieren.

Geschmacklos.

Meine Facebook-”Freunde” findet man an diesen Orten selten. Das meiste davon habe ich mir angeschaut – ich kann meine “Freunde” verstehen.

Zudem redet man gebetsmüh­le­nar­tig vom Blick auf die Decke des Gold­e­nen Saales, dem Per­lach­turm, dem Rathaus, der soge­nan­nten Pracht­meile Max­i­m­il­ianstraße – auch Einkaufs­boule­vard. Man wirbt mit Christkindl­markt, Kryp­ta von St. Afra und Ulrich, Fug­gerei, Plan­e­tar­i­um, Zoo oder Plär­rer. Let­zteres für Men­schen, denen die Wiesn zu groß sind. Meine 50 Facebook-”Freunde” find­et man an diesen Orten sel­ten. Das meiste davon habe ich mir angeschaut – ich kann meine “Fre­unde” ver­ste­hen. Neulich waren wir im Kun­st­mu­se­um Wal­ter. Das Wort “lang­weilig” beschriebe nicht die Lei­den­schaft­slosigkeit mit der uns die Kun­st präsen­tiert wurde. Rel­e­van­ter und vielle­icht sog­ar zugänglich­er mögen hier die Ausstel­lungs­for­mate des tim — Staatlich­es Tex­til- und Indus­triemu­se­um oder des Max­i­m­il­ian­mu­se­ums sein.

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Wenn die Augen erst einmal offen sind, springt einem die Stadt mit ihrer Vielfalt in die sprichwörtliche Fresse

Macht man die Augen auf, getrieben von ehrlich­er Neugierde, kann man über schlecht präsen­tierte Kun­st und oder Kul­tur kraftvoll hin­wegse­hen. Und wenn die Augen erst ein­mal offen sind, springt einem die Stadt mit ihrer Vielfalt in die sprich­wörtliche Fresse. Man muss nicht mit dem Gold­e­nen Saal begin­nen um die Stadt zu ent­deck­en. Die Gold­en Glim­mer Bar tut es auch. Da gibt es die vielle­icht besten Cock­tails der Stadt, eine Menge gebür­tige Augs­burg­er, Zugereiste und ihre Gäste. Und dort kann man besprechen ob die Max­i­m­il­ianstraße Pracht­boule­vard ist oder nur prächtig für die bis zu 600.000 Bienen auf dem Dach des Hotels Drei Mohren. Im Puris­ten gibt es auch beste Cock­tails aber auch Pracht­boule­vard.

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Für einen Kaffee oder ein hausgebackenes Stück Kuchen zahlt man, was man zu zahlen bereit ist

Um Augs­burg ken­nen und lieben zu ler­nen, würde ich ohne­hin immer via der Zim­mer-Ver­mit­tlungs-Plat­tform airbnb absteigen, um eine der faszinieren­den Woh­nun­gen dieser Stadt vom Bett aus betra­cht­en zu kön­nen und mor­gens mit Augs­burg­ern zu früh­stück­en. Es sei denn man hat Fre­unde. Fre­unde in Augs­burg. Und wenn es ein Hotel sein muss, dann eventuell mal das Grand­ho­tel Cos­mopo­lis? Da hat man Bier­garten, Kul­tur­ange­bot, engagierte und hil­fs­bere­ite Men­schen, den Aus­blick auf den Dom und Gau­men­freuden an einem Ort. Und für einen guten Kaf­fee oder ein haus­ge­back­enes Stück Kuchen zahlt man, was man zu zahlen bere­it ist.

Grandhotel Cosmopolis

Wer kein Sport treibt, möge eines Tages platzen

Grund­sät­zlich ist Augs­burg eine Ansied­lung viel­er Gau­men­freuden – wer kein Sport treibt, möge eines Tages platzen: Früh­stück im Striese, im City Club, mit einem Auto vielle­icht sog­ar bei La Boulan­gerie. Danach einen köstlichen Blick auf das Schwaben-Cen­ter nebe­nan. Wer dann das drin­gende Bedürf­nis nach Natur ver­spürt, den ver­ste­he ich. Lech, Lechauen, Mit­tel­bach, Sieben­tis­chwald, Wer­tach oder der Hof­garten nahe dem Stadtthe­ater geben dem Städter See­len-Ruhe. Wer Ruhe bei Tieren find­et, geht statt in den Zoo zur Abwech­slung in den Esel­gar­ten.

Hochablass

Bei frisch­er Luft denke ich wieder an Hunger. Auf die Hand, zumin­d­est in der Alt­stadt, Essen aus der Bosna Stube! Wenn am Moritz­platz, bei Razz-Fazz Fin­ger­food. Wenn am Kö, im Cigköftem. Vielle­icht ist einem auch nach Mit­tag in der The­aterkan­tine, Sushi im Kigiku oder noch bess­er: Falafel im Shu Shu. Schmeckt wie Berlin Kreuzberg. Weniger gut: Die Stadtkan­tine der Ämterzen­trale. Sie bietet jedoch den kosten­losen Aus­blick für den man im Per­lach­turm wiederum Ein­tritt zahlt.

Blick vom Perlachturm

Ich bin glücklicher Weise trainiert im “Danke! Ich-schaue-nur.”

Nach dem Mit­tag ist mir nach Bewe­gung. Shop­pen ist ein guter Sport, wie ich finde. Für mich Pflicht: Buch­hand­lung Am Obst­markt – wenn man Büch­er nach dem Äußeren beurteilt. Und dann nach dem Inneren. Der Kolo­nial­waren­laden – wer Essen, Trinken und Büch­er gle­ich­sam zu seinem Lebenselix­i­er zählt, sollte hier nicht hinge­hen. Wer gerne kocht, auch nicht. Isle of Skye – wer gerne Spir­i­tu­osen kauft, keines­falls auf­suchen! Oelkrug Hem­den – wer man sich ein­mal im Leben ein echt­es Hemd leis­ten will, bloß nicht. Anjy’s Haferl – Antikes, für das man keine Kred­itkarte benötigt. Nr.7 – für Hedo­nis­ten. Die aufgezählten Läden führen einen in die besten Einkauf­s­gassen der Stadt. Zusam­mengenom­men führen sie auch in den finanziellen Ruin. Ich bin glück­lich­er Weise trainiert im “Danke! Ich-schaue-nur.”

Shop­ping ist erschöpfend und für den Zuck­er­spiegel empfehle ich darum die Kuchen im Dichtl, Euringer oder – wer einen Spazier­gang mag – im Cafe Schenck. Etwas im Abseits gele­gen. Für den Kaf­fee würde ich dann auch in das Il Vico­lo zurück­kom­men. Ja das würde ich.

Zuckerkunst im Dichtl

Um den Gourmets dieser Metro­pole auf die Schliche zu kom­men, klickt man sich als Orts­fremder ein­fach durch das Gas­tro-Rank­ing von tri­pad­vi­sor, Yelp oder bei Miche­lin im Inter­net. Teils nach Bew­er­tung sortiert, lohnt der Blick auf die Kom­mentare unter der jew­eili­gen Gas­tro-Empfehlung. Die per­sön­liche Auswahl sollte nicht nach der Bew­er­tung der User, dem Rank­ing son­dern nach eigen­em Gefühl geschehen. Es gibt viele gute Adressen, da diesel­ben jedoch weniger pop­ulär sein kön­nen, haben sie mitunter weniger Kom­mentare oder Punk­te und erscheinen erst weit­er unten im Rank­ing. Dieselbe Recherche emp­fiehlt sich für das Aben­dessen – ich bin außer­stande die Gourmet-Tipps der Stadt für Fremde zu pri­or­isieren. Viele sind eine Gefahr für die Fig­ur. Je nach­dem welch­er Alter­sklasse man ange­hört. Vielle­icht also lieber Augs­burg­er Hotspots mit veg­a­nen Gericht­en auf der Speisekarte: Damn Burg­er, Striese, Die Extrave­g­an­ten, K41 oder Cafe Dreizehn. Die Max­i­m­il­ian­sklause möchte ich nicht empfehlen, um hier weit­er­hin Ruhe, kein Schi Schi und knus­prige Schnitzel zu bekom­men.

Wenn man auf Horizonterweiterung steht, kann man ja Kultur wie Drogen einsetzen.

Als Wahl-Ham­burg­er hat­te ich in Augs­burg viel Zeit damit ver­bracht, nach Nacht­lokalen zu stöbern. Durch das Hören­sagen, Inter­net und offline vor Ort. Ich liebe Kaschem­men – Kneipen, wo Fremde jeglich­er Couleur zusam­menkom­men, unvor­ein­genom­men, kein­er Com­mu­ni­ty ange­hörig, eher willkom­men weil fremd. Egal ob alt, Hip­ster oder mul­ti­ple Per­sön­lichkeit. Musik nur gegen Münzgeld aus der Musik-Box. In Augs­burg habe ich keine Musik­box gefun­den. Dafür das Hal­lo Wern­er, das Prager Stüberl, die Haifis­chbar und das Vic­tor. Ken­nen­ler­nen möchte ich noch das Kreuzweise und The Drunk­en Mon­key. Kathari­nas Tre­ff kön­nte mir auch passieren. Ein Besuch dürfte den Hor­i­zont erweit­ern.

Wenn man auf Hor­i­zon­ter­weiterung ste­ht, kann man ja Kul­tur wie Dro­gen ein­set­zen. Sie wirkt berauschend. Berauschende Kul­tur bekommt man unter Garantie im Neru­da, Savoy oder der Kresslesmüh­le. Das örtliche Stadtthe­ater berauschte mich bisweilen nicht. Mag sich ändern.

Ich beginne Kirchen brilliant, innerstädtische Diskussionen um Bürgerentscheide dramatisch zu finden.

Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir Augs­burg. Sein Bienen­stich, der Datschi, die Geschmack­losigkeit in den Schaufen­stern oder die Lieblosigkeit der Hip­ster gegenüber dem Hip­ster­tum. In dieser Stadt geschieht etwas. So auch mit mir. Ich beginne Kirchen bril­liant, inner­städtis­che Diskus­sio­nen um Bürg­er­entschei­de drama­tisch zu find­en. Ich halte ein Grillen im Fluß­bett des Lechs für nacheifern­swert. Keinen Bartschnei­der emp­fand ich als so pro­fes­sionell wie meinen türkischen Friseur in der Wer­tachstraße oder nichts außer dem Yoga so her­rlich entspan­nend wie Frozen Mar­gar­i­tas im hal­ben Liter vor der Rathaustür zu trinken. Und sel­ten habe ich Men­schen so offen und engagiert erlebt. Ich denke an das Übergepäck eines Flüchtlings, das Con­tact, das Cafe am Milch­berg oder das Grand­ho­tel.

Man möge mir nach­se­hen, das diese Stadt viel mehr bietet als ich zu ahnen ver­mag und es darum hier nicht ste­hen kann. Unter­stützung willkom­men.

von Marc Alexan­der Holtz
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‪Kundengespräch‬

In München wäh­le ich eine Num­mer, ich will eine Kundin sprechen. Wir ken­nen uns nicht. Eine Emp­fangs­dame nimmt ab. Ich for­muliere den Namen mein­er Zielge­sprächspart­ner­in und werde durchgestellt. Warteschlaufe. Was ich höre, fickt ern­sthaft mein Ohr, mein Hirn.

Hastig schalte ich die Laut­sprechan­lage meines Tele­fons an und will “shaz­a­men”, wie son­st stetig bei den Net­flix-Serien auch, um den Song zu erken­nen, ihn zu kaufen, ihn zu haben, zu besitzen. Es gibt viele Gründe sich zu wün­schen das kein­er abn­immt, wenn man jeman­den anruft. Das Leben ist manch­mal sus­pekt. Da nimmt Frau K. ab. 

Ich vergesse meinen Namen, mich und die Etikette, mein Mund spricht ohne Gehirn “Ver­dammt, Sie sind zu früh!” Stille am anderen Ende. Ich füge hinzu “… jet­zt haben Sie die Musik unter­brochen, was war d a s?” Ich mein, ich bin anges­pan­nt, arbeite an ein­er Musikrecherche, deren Erfolg davon abhängt, dass mich nie­mand unter­bricht. Jet­zt unter­bricht mich eine Fremde.

Einen besseren Gespräch­se­in­stieg hat­te ich sel­ten. Eine bessere Warteschlaufen­musik nie erlebt. Obgle­ich die Musik nun been­det ist, die Recherche, so denke ich, im Arsch, lockere ich mich und das andere Ende der Leitung mit einem laut­en Lach­er auf, ver­störtes Lachen auch dort – sie weiß noch immer nicht wer ich bin –, “Übri­gens, Holtz hier, Fir­ma ‪#‎newsak­tuell‬.”

Frau K., sie ist Dien­stäl­teste der Agen­tur, plöt­zlich ganz gestresst mit schuldiger Stimme: “… oh je, ich wusste mal was das für eine Musik ist, warten Sie, … ach ich weiß es nicht, ich sende Ihnen einen Link zum YouTube-Video. Ich kriege das raus.” Ich entspanne.

Ein Super-Gespräch fol­gt. Von wegen die Bay­ern, das kon­ser­v­a­tive München, Dirndl und Weißwurst und das was der Nor­den so mut­maßt … kein Geschmack und erst recht keine Cool­ness … hört diese Musik! Diese Agen­tur kann so schlecht nicht sein.

Frau K. hat mir den YouTube-Link inzwis­chen gesendet. Das Lied ist schon gekauft und gibt es ab sofort in unserem Wohnz­im­mer.